Zurück in die Vergangenheit

Was wäre, wenn Napoleon über Großbritannien gesiegt und 1820 England besetzt hätte? In dieser alternativen Vergangenheit spielt das Jugendbuch »Florance Bell und die Melodie der Maschinen«.

Zusammen mit der Moderatorin Ine Dippmann spricht Carsten Steenbergen in dem Livestream »Leipziger Büchermenschen stellen sich vor« am 29. Mai über seinen ersten Jugendbuch-Roman und liest aus dem noch nicht veröffentlichten Buch. Das Ganze wird von der Buchhandlung Hugendubel präsentiert.

Im Vordergrund der 30-minütigen Lesung steht das Leben der 15-jährigen Protagonistin Florance Bell, die eine junge, furchtlose und technikversierte Frau ist. Sie arbeitet als rechte Hand eines französischen Meistermechanikers und wird unbeabsichtigt bei einem Raubüberfall von Rebellen gekidnappt. Von nun an muss sie sich in einem neuen Umfeld voller Abenteuer zurechtfinden…

Da die Vorstellung in einem digitalen Rahmen stattfindet, ist es unmöglich zu sehen, wie groß das Publikum oder dessen Reaktion ist. Deshalb suche ich die Antwort auf die Frage der Resonanz bei mir selbst.

Ein bisschen fühle ich mich wieder wie ein Teenager, der Bücher über Geschichten mit starken jungen, weiblichen Hauptrollen, die in der Vergangenheit spielen, verschlungen hat und es kaum erwarten kann, das Buch zu lesen. Die Kostproben, die Steenbergen selber ganz gespannt vorliest, sind fesselnd und geben erste Einblicke in das aufregende Leben von Florance. Beispielsweise beginnt das Buch mit einem Maschinennotfall, bei dem ein Druckverteiler kurz davor steht in die Luft zu gehen und es in ihrer Hand liegt, die Katastrophe aufzuhalten. Während des Lesens und auch des Gesprächs mit der Moderatorin ist die Atmosphäre angenehm. Wenn man die Augen schließt, könnte es auch gut ein Hörbuch sein, das abgespielt wird. Denn Steenbergen verkörpert die unterschiedlichen Stimmen der Figuren und so wird auch der französische Akzent von Florance’ Meister vertont.

Und obwohl ich eigentlich schon etwas zu alt für Jugendbücher bin, freu ich mich doch auf das am 16. August erscheinende Buch und bin gespannt, was diese alternative Zeitlinie von 1820 für Florance und mich bereithält.

Beitragsbild: © Elsa Goerschel, Screenshot aus dem Livestream, Carsten Steenbergen im Gespräch mit Ine Dippmann


Die Veranstaltung: Leipziger Büchermenschen stellen sich vor: Carsten Steenbergen mit „Florance Bell und die Melodie der Maschinen“ im Gespräch mit Ine Dippmann, Text und Konzept Karen Arnold, Buchhandlung Hugendubel online im Livestream (siehe Youtube), 29.05.2021, 11.30-12.00 Uhr


Das Buch: Carsten Steenbergen: Florance Bell und die Melodie der Maschinen. Berlin: Ueberreuter Verlag, erscheint am 16.08.2021, 384 S., 17,95 Euro


 

 

Rezensentin: Elsa Goerschel