Wer ist Sir Arthur Conan Doyle?

Wie ein Autor zum Romanhelden wurde.

Sagt Ihnen der Name Sir Arthur Conan Doyle etwas? Nein? Da geht es Ihnen wohl wie vielen anderen auch. Die meisten kennen nur dessen weltbekannte Romanfigur Sherlock Holmes, den Meisterdetektiv, der in London lebt und die kniffligsten Fälle im späten 19. Jahrhundert löst. Sein Erfinder erlangte nicht so viel Ruhm wie seine Kunstfigur. »Während für Sherlock Holmes mehrere Denkmäler errichtet wurden, wurde Doyle selbst völliges Desinteresse entgegengebracht«, berichtet der Autor Raimon Weber. Damit ist jetzt Schluss. Webers Interesse gilt dem im Hintergrund stehenden Autor und so entstand sein Werk »Die geheimen Akten des Sir Arthur Conan Doyle«, in dem er den Autor Doyle als Detektiv einsetzt und in verschiedene Länder schickt, um mysteriöse Begebenheiten zu klären.»Doyle war nie so beliebt wie seine Figur Sherlock, doch das holt er jetzt auf«, so Weber.

Webers Werk wird zwar dem Genre des Kriminalromans zugeordnet, doch gleich zu Beginn der Lesung stellt er klar, dass »die Kamera bei den blutigen Akten, also sobald ein Kopf rollt, wegdreht«. Es ist somit eher ein Buch, mit dem man es sich vor dem Kamin in seinem Lieblingslesesessel gemütlich macht und dazu eine Tasse Tee genießt. Das ist die perfekte Atmosphäre für Schottland und Sir Arthur Conan Doyle.

Die Lesung findet im Krimikeller des Barfusz in Leipzig statt. Der abgedunkelte Raum erschafft eine schaurige Stimmung. Doch vor allem Weber selbst trägt zu diesem Ambiente bei. Mit seiner ausdrucksstarken Stimme haucht er seinen Figuren Leben ein und entführt die Zuhörer in die geheimnisvolle Welt Doyles. Allerdings trägt auch die leise quietschende Eingangstür in stillen Momenten zum Gänsehautgefühl bei.

Weber liest aus der ersten Akte vor, die vom Grauen von Tyron Castle handelt, denn dort, bei Loch Morwick, ist ein mysteriöses Wesen unterwegs, welches anscheinend schon seit über hundert Jahren sein Unwesen treibt. Die Suche Doyles beginnt in Schottland, doch nach was für einem Wesen er Ausschau halten muss, weiß er nicht genau, denn es wurde immer nur kurz gesehen. Trotzdem ist klar – ein Mensch ist es wohl kaum. Im spannendsten Moment, als das Monster ganz nah zu sein scheint, stoppt Weber mit einem frechen Grinsen und den Worten: »Das ist natürlich Absicht. Da vorne können Sie das Buch erwerben.« Dies entlockt dem Publikum einige Lacher und kleine Schnaufer der Empörung. Trotz später Stunde ist es für alle ein gelungener, schauriger Abend.


Die Veranstaltung: Raimon Weber liest aus Die geheimen Akten des Sir Arthur Conan Doyle, 17.3.2016, 22 Uhr

Das Buch: Raimon Weber: Die geheimen Akten des Sir Arthur Conan Doyle. Headroom Sound Production, Köln 2016, 320 Seiten, 14,99 Euro


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Die Rezensentin: Sarah Schlapper

 


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