Von Gestaltwandlern und Abenteuern in Costa Rica

Katja Brandis liest auf der Leipziger Buchmesse aus dem vierten Teil ihrer Kinderbuch-Reihe »Woodwalkers. Fremde Wildnis«.

Katja Brandis © Arena Verlag

Die Lesebude ist gerammelt voll mit neugierigen Grundschulkindern, die fasziniert an den Lippen der Autorin hängen. Katja Brandis blickt freundlich in die gespannten Gesichter und erzählt von Gestaltwandlern, einer Klassenfahrt nach Costa Rica, Faultieren und Brüllaffen. Sie malt mit ihren Worten eine farbige Welt, die die Kinder mitreißt und selbst die Erwachsenen träumen lässt.

Beim Beobachten einer Herde voller Bisons in Costa Rica kam ihr die Idee für ihr Buch »Woodwalkers«: Könnten die Tiere nicht Gestaltwandler sein und sich in Menschen verwandeln? So entstanden die ersten Teile ihrer Kinderbuch-Reihe, in der der Pumawandler Carag die Hauptrolle spielt. Da sich seine Eltern nicht gerne verwandeln, lernt er erst spät die Menschenwelt kennen. Sie reizt ihn so, dass er sich dazu entschließt, in der Stadt bei den Menschen zu bleiben. Bald wird eine rätselhafte Frau auf ihn aufmerksam, die, wie es sich herausstellt, ein geheimes Internat für Woodwalker, also Gestaltenwandler, leitet. Carag wird in der Schule aufgenommen und findet dort Freunde. Im vierten Teil der Kinderbuch-Reihe fliegt der Protagonist schließlich mit seiner Schule auf Klassenfahrt in eine fremde Wildnis: nach Costa Rica.

Ihre Erzählungen untermalt Katja Brandis mit einer Diashow: Sie präsentiert die Charaktere ihres Buchs, erzählt in welche Gestalt sie sich verwandeln können und projiziert das passende Tierfoto an die Wand hinter ihr. Gebannt lauschen die Kinder der Autorin, fasziniert von den Bildern und den phantasievollen Erzählungen. Man merkt es direkt: Die Autorin brennt für ihre Geschichte.

© Arena Verlag

»Meine beste Freundin hatte sich einfach verwandelt, ohne zu fragen, ob das okay war oder nicht. Mit kleinen, aufgeregten Sprüngen hüpfte ein rotbraunes Hörnchen von einem Stapel Mädchenklamotten herunter und begann, die Gegend zu erkunden.« Katja Brandis liest mit lebendiger Stimme eine Textpassage aus dem Regenwald vor. Ich fühle mich plötzlich wieder wie ein Kind und merke, wie schön es ist, etwas vorgelesen zu bekommen.

Von Verwandlungsunterricht über Brüllaffen, die gewöhnungsbedürftige Referate halten, bis zu Carags Erzfeind Andrew Milling, der der Meinung ist, dass Gestaltwandler den Menschen überlegen seien – in »Woodwalkers« steckt eine Menge Spannung und Humor.

Katja Brandis schmückt die Lesung mit Erzählungen von ihrer Reise nach Costa Rica aus. Wir erfahren, dass sie immer in die Gegend reise, über die sie schreibt. Sie berichtet von dem Baumhaus, in dem sie übernachtete und den Tieren, die sie in Südamerika gesehen habe: Elche und einen Schwarzbären, den sie füttern durfte und dessen Fell nicht weich, sondern rau wie eine Schuhbürste war.

»Was wärst du gerne für eine Gestalt, wenn du dich verwandeln könntest?«, fragt sie in die Runde. Enten, Panther, Schneelöwen – alles Mögliche ist dabei. Zum Abschied verrät uns Katja Brandis noch, was sie gerne für ein Tier wäre: Ein Falke. Dann bildet sich eine ganze Fangemeinschaft um die Autorin, die alle begeistert ein Autogramm abstauben wollen.

Beitragsbild: Das Buch »Woodwalkers. Fremde Wildnis«. © Céline Krost


Die Veranstaltung: Katja Brandis: Woodwalkers. Fremde Wildnis, 18.3.2018, 10.30 Uhr

Das Buch: Katja Brandis: Woodwalkers. Fremde Wildnis. Arena Verlag, Würzburg 2018, 296 Seiten, 12,99 Euro, E-Book 10,99 Euro


 

 

Die Rezensentin: Céline Julia Krost

 


 

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2 Gedanken zu „Von Gestaltwandlern und Abenteuern in Costa Rica

  1. Spannendes Thema jugendgerecht verarbeitet, so stelle ich mir nach Lesen der Rezenzion, die lebendige Szene auf der Buchmesse vor. “Wieder Kind sein”, wer wünscht sich das nicht?!
    Ein toller Artikel zu einem tollen Buch.
    Danke und weiter so Céline.

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