Tatort: Museum

Raubkopien, Steuerhinterziehung und Betrug – die Schattenseiten der Kunstszene.

© Galiani Berlin, The Andy Warhol Foundation

Anfang März 2020 veröffentlichten die Kunstexperten Stefan Koldenhoff und Tobias Timm ihren neuen Krimi „Kunst und Verbrechen“ zusammen mit dem Verlag Galiani Berlin. In dem Krimi berichten sie von zahlreichen echten Fällen aus der Kunstszene in denen sich jegliche Art von Ganoven, Mafia etc. illegalerweise an Kunst bereichern wollen. Es ist jedoch nicht nur ein zusammentragen von Fällen, sondern auch eine fundierte Analyse der Journalisten in der sie Forderungen stellen die Sicherheit des Marktes zu verbessern.

Tobias Timm. © Julian Röder/Ostkreuz

In einem Kapitel geht es beispielsweise um Helge Achenbach. Dieser hatte im Auftrag des Aldi-Erben Berthold Albrecht Kunst für 120 Millionen Euro eingekauft. Indem er jedoch die Preise auf den Rechnungen verfälschte und sein Honorare ums Zehnfache erhöhte, bereicherte er sich mehr als Albrecht es konnte. Nachdem er diese Fälschung gestand, wurde Achenbach zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Allgemein liest sich der Krimi sehr schnell, da die kurz erzählten Fälle sich nicht mit langweiligen Details befassen. Durch den Aufbau bekam ich das Gefühl kleine Kurzkrimis zu lesen, was zur Folge hatte, dass ich mit viel mehr Wissen von der Kunstszene das Buch beendete. Außerdem kann der Leser die Forderungen der Journalisten besser verstehen, da mehr als nur ein Fall präsentiert wird.

Stefan Koldenhoff. © Josi Swafing

Den einzigen Kritikpunkt, den ich habe, ist, dass ich durch das sprunghafte Vergleichen von Fällen (welche den Krimi eigentlich so spannend macht), sehr schnell mit sehr viel Informationen konfrontiert wurde. Folglich empfand ich es schwierig nach einer Weile den Überblick zu behalten.

„Kunst und Verbrechen“ zeigt zahlreiche Lücken in der Sicherheit des Kunstmarktes auf und die beiden Kunstexperten versuchen Lösungen für die Kriminalitätsrate zu finden. Für jeden der sich Verbrechen in der Kunstwelt interessiert ist das Buch genau richtig.

Für mich ist es den Kauf wert, da Koldenhoff und Timm sehr gut über die Verbrechen informieren und auch eine gut begründete Analyse sowie fundierte Forderungen stellen. Außerdem war es sehr interessant und informativ.


Das Buch: Stefan Koldenhoff und Tobias Timm: Kunst und Verbrechen. Galiani-Berlin, Berlin 2020. 320 Seiten, 25 Euro, E-Book 19,99 Euro


Die Rezensentin: Carolin Riedl

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