Silberhelles Lachen über schwarzen Humor

Lesung und Gespräch über Satire, Komik und politische (Un)Korrektheit. Oder kurz gesagt: über Monty Python.

»Ohne Monty Python hätte ich die Pubertät nicht überstanden!«, fasst der Autor Andreas Pittler seine Faszination für die britische Komikergruppe zusammen. Filme wie »Die Ritter der Kokosnuss« und »Das Leben des Brian« gelten unter Fans als absolute Meisterwerke der Satire und Komik. Im Rahmen der 100-Seiten-Reihe des Reclam-Verlags hat Pittler sich mit dem Humor und der Geschichte von Monty Python auseinandergesetzt. Die Buchreihe zeichnet sich dadurch aus, dass die Bücher als Sachliteratur mit einem subjektiven Zugang durch den Autor zu verstehen sind. Das bedeutet, die Autoren nähern sich den Themen aus ihren persönlichen Erfahrungen heraus. So gibt der gebürtige Wiener Autor zu Beginn der Lesung einen Einblick in die Lebensweise und den Humor der Österreicher sowie in die politische Situation zu seiner Jugendzeit. Mit nur zwei Fernsehprogrammen war das Unterhaltungspotenzial zur damaligen Zeit schnell am Limit angelangt. Die Shows und Filme von Monty Python eröffneten damit eine vollkommen neue Welt des Humors für Pittler.

 

© Philipp Reclam jun. Verlag GmbH

 

Die Veranstaltung ist als Lesung mit Gespräch angekündigt. Der Lesungsteil hat sich bereits nach zwei Seiten erledigt, da, wie der Autor sagt, sich der Spaßfaktor bei einer Sachbuchlesung in Grenzen halte. In Interaktion mit dem Publikum erzählt Pittler humorvoller Anekdoten über Monty Python und macht auf diese Weise Lust, sich über die Filme und Sketche hinaus mit den Komikern auseinanderzusetzen.

Natürlich stellt sich bei der aktuell oftmals übertriebenen politischen Korrektheit die Frage, ob schwarzer Humor und Satire im Stil von Monty Python noch angebracht sind oder ob derartige Komik ausstirbt. Der Autor entgegnet darauf: »Wir brauchen schwarzen Humor, denn die Zeiten sind schwärzer denn je.« Monty Pythons Satire machte seiner Zeit auf politische und gesellschaftliche Missstände aufmerksam und wurde dafür oft kritisiert und zensiert. So erzählt Pittler über Aufführungsverbote der Filme in bestimmten Ländern, die anderenorts wiederum als Werbung eingesetzt wurden. Der Autor sagt dazu: »Humor ist wie ein Fluss, der sich immer seinen Weg bahnt.«

Satire kann zwar zeitweise so böse sein, dass einem das Lachen fast im Hals stecken bleibt, lädt aber gleichzeitig dazu ein, sich über Tabuthemen ausgelassen zu amüsieren. Ob man sich selbst in Figuren wiedererkennt oder gerade davon überzeugt ist, eben nicht so zu sein, ist letztendlich egal. Das Lachen vereint das Publikum. So auch an diesem Lesungs- bzw. Gesprächsabend. Auch nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung wird sich noch angeregt über die liebsten Monty-Python-Zitate ausgetauscht. Die Mitglieder von Monty Python haben es geschafft, ein Vermächtnis aufzubauen, was auch viele Jahre nach der Auflösung der Komikergruppe aktuell ist. Für viele Liebhaber des britischen Humors ist Monty Python wie eine Art Philosophie. Letztendlich steckt ja auch so viel Wahres in dem Zitat »Life’s a laugh and death’s a joke, it’s true.«

Beitragsbild: Andreas Pittler beim Gespräch über Monty Python. © Maria Kloß


Die Veranstaltung: »Kann es sein, dass Weibsvolk anwesend ist?« Andres Pittler liest aus Monty Python. 100 Seiten. Café Puschkin, 22.3.2019, 20.30 Uhr


Das Buch: Andreas Pittler: Monty Python. 100 Seiten. Reclam Verlag, Ditzingen 2019, 100 Seiten, 10 Euro, E-Book 7,99 Euro


 

 

 

Die Rezensentin: Maria Kloß

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