Leseorte: Leipziger Stadtbibliothek

Die alte Bekannte von »Leipzig liest«.

Durch eine große Glastür betritt man die Zentrale der Leipziger Städtischen Bibliotheken am Wilhelm-Leuschner-Platz. In den hohen, offenen Räumen des Gründerzeitbaus befand sich einstmals das Grassimuseum. Die Stadtbibliothek zog 1991 ein, und nach einer umfangreichen Sanierung erstrahlt das Gebäude seit 2012 im alten Glanz. Mehr als die Hälfte der insgesamt etwa 750.000 Medien der Leipziger Städtischen Bibliotheken befinden sich hier. Der andere Teil ist auf 15 Stadtteilbibliotheken und einen blauen Bus verteilt, der als Fahrbibliothek an unterschiedlichen Stationen in Leipzig Halt macht.

Die Medien des zentral gelegenen Hauptgebäudes warten in drei Stockwerken auf ihre Rezipienten. Viele Bereiche des Gebäudes sind mit Grünpflanzen, Tischen und farbig auffälligen Sitzgelegenheiten ausgestattet. Eigene Bibliotheken sind für Kinder und Jugendliche eingerichtet und laden mit Sitzkissen zum Lesen und Anschauen vor Ort ein. Dort und an mehreren weiteren Orten im Haus gibt es Hörstationen.

In den Räumlichkeiten befinden sich neben dem üblichen Bestand mehrere Sondersammlungen: die Lyrikbibliothek und das Literaturarchiv, in dem Typoskripte, Manuskripte, Briefe, Tagebücher sowie literarische Vor- und Nachlässe regionaler Autoren zu finden sind; die Regionalkundliche Bibliothek mit Büchern und Chroniken sowie alten Adressbüchern aus Leipzig und Sachsen. Außerdem findet der Musikliebhaber hier eine der größten öffentlich zugänglichen Musikbibliotheken Deutschlands. Sie befindet sich im dritten Stock. Dieser Teil der Bibliothek wirkt durch die niedrigere Decke und die vom Boden etwa nur einen halben Meter aufragenden Fenster weniger offen, aber konzentrierter.

Die Stadtbibliothek am südlichen Ende vom Leuschner-Platz. © Veronika Mücke-Sprügl
Die Stadtbibliothek am südlichen Ende vom Leuschner-Platz. © Veronika Mücke-Sprügl

Zusätzlich zum regulären Tagesbetrieb finden das ganze Jahr über Veranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen statt. Im Hauptgebäude steht dafür insbesondere der Oberlichtsaal zur Verfügung. Wer die volle Atmosphäre dieses innenliegenden Raumes genießen möchte, sollte tagsüber hierherkommen und gleich eine der regelmäßig wechselnden Ausstellungen ansehen, die an der fensterlosen Wand gezeigt werden. Bei den Veranstaltungen, die abends hier stattfinden, ist der Lichteinfall dann weniger harmonisch, weil elektrisch erzeugt.

Die Leipziger Städtischen Bibliotheken sind schon seit vielen Jahren Kooperationspartner der Buchmesse. So gehört nicht nur das Hauptgebäude am Leuschner-Platz zu den Veranstaltungsorten von »Leipzig liest«, sondern auch die vielen kleineren Büchereien in Paunsdorf, Gohlis oder Grünau, damit insbesondere Schulen die Angebote gleich direkt in den Stadtteilen wahrnehmen können.

Unter den zahlreichen und vielfältigen Lesungen und Gesprächen im Hauptgebäude bildet in diesem Jahr das Sachbuchforum den Schwerpunkt: Im Stundentakt stellen unterschiedliche Verlage vom 23. bis 25. März jeweils ab 16 Uhr aktuelle Sachbücher vor. Zum Beispiel ist der Suhrkamp Verlag mit der Autorin Nahid Shahalimi dabei, die über das Leben von Frauen in Afghanistan berichtet. Daneben stehen interessante Lyrikangebote im Programm, so am 24. März russisch-deutsche Gedichte aus dem Lychatz Verlag. Außerdem liest die Schauspielerin Maria Schrader am 23. März aus dem zweiten und dritten Teil von Elena Ferrantes Bestseller-Saga aus Neapel. Und für viele Fans von historischen Romanen sicher ein Highlight: die Veranstaltung mit Sabine Ebert am 25. März.


Das Programm der Städtischen Bibliotheken zur Buchmesse 2017:
Erwachsene
Kinder und Jugendliche

Die Adresse:
Stadtbibliothek Leipzig
Wilhelm-Leuschner-Platz 10–11
04107 Leipzig
http://stadtbibliothek.leipzig.de

Die Öffnungszeiten:
Mo, Di: 10–19 Uhr
Mi: 13–19 Uhr
Do, Fr: 10–19 Uhr
Sa: 10–16 Uhr


 

 

Paula Wortmann

 


 

2 Gedanken zu „Leseorte: Leipziger Stadtbibliothek

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