Kriminalfälle im Landgericht

Der KrimiClub im Leipziger Landgericht, moderiert von Michael Sahr.

Der Justizhauptwachmeister begrüßt an diesem Abend die Gäste am Eingang des Landgerichts von Leipzig. Der Saal ist bei Beginn der Vorstellung komplett gefüllt, die einzigen Stühle, die noch freibleiben, sind die der Richter am Ende des Raumes. Es ist ein imposanter Saal, mit hohen Decken, Holzvertäfelungen und schweren Kronleuchtern, die alles in ein warmes Licht tauchen. Das Publikum wartet gespannt auf den Beginn der Veranstaltung, die durch den Vizepräsidenten Kai Deusig mit einigen Worten eröffnet wird. Die Moderation übernimmt an diesem Abend ZDF-Journalist Michael Sahr, der zunächst die Autoren einzeln vorstellt. Die Veranstaltung ist in zwei Teile geteilt, den Auftakt machen Oliver Bottini mit »Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens«, Jens Lubbadeh mit »Neanderthal« und Edgar Rai mit seinem noch unveröffentlichten Roman »Halbschwergewichte«. Die drei Autoren sitzen gemeinsam mit Moderator Michael Sahr am Kopf des Saales auf den Richterstühlen. Sahr leitet geschickt das Gespräch mit den einzelnen Akteuren, so dass das Publikum einen Einblick in die Arbeit der Autoren sowie in die Geschichten bekommt.

Die Themen an diesem Abend sind divers, obwohl die Veranstaltung unter dem Motto der Kriminalromane steht. Passend zum Schwerpunkt der diesjährigen Leipziger Buchmesse spielt das Werk von Oliver Bottini hauptsächlich in Rumänien. Es geht um Landraub, die Stimmung ist leicht melancholisch. Dennoch meistert Michael Sahr die Übergänge zwischen den Autoren humorvoll und voller Geschick. Jens Lubbadeh fährt mit seinem Roman fort und bringt den Zuhörer damit ins Jahr 2050. Der Science-Fiction Krimi dreht sich um spannende Themen wie einen Hybrid-Menschen – halb Neandertaler, halb Homo Sapiens. Auch Edgar Rai schlägt in seinem Roman, in dem es um den Boxer Lucky geht, eine grundsätzlich andere, dennoch interessante Richtung an. Nach einer kurzen Pause die zum Gespräch mit den Autoren und dem Erwerb von Büchern genutzt wird, geht es mit drei weiteren Autoren weiter. Stephan Ludwig stellt »Zorn 7. Lodernder Hass« vor, Christof Weigold »Der Mann, der nicht mitspielt«, gefolgt von der letzten Autorin dieses Abends, Michaela Küpper mit »Kaltenbruch«.

Trotz mancher Ungereimtheiten in dieser Hälfte, bekommt das Publikum einen spannenden Einblick in das Leben der Schriftsteller. Es geht um Themen wie Unsicherheiten beim Schreiben auch nach jahrelanger Erfahrung, Angewohnheiten wie, Dialoge laut vorzulesen und die Frage, ob das erste Buch wirklich immer schlecht ist. Zudem wird das Publikum auf eine weitere Zeitreise mitgenommen, zuerst ins Hollywood der 1920er Jahre und mit Michaela Küpper in die deutsche Nachkriegszeit. Aufgrund der entspannten Atmosphäre und dem lockeren Umgang der Akteure bietet die Veranstaltung dem Publikum einen informativen Abend voller persönlicher Einblicke. Sahr beendet den Abend mit einem »Freispruch« des Publikums.

Beitragsbild: Micheal Sahr, Stephan Ludwig, Christof Weigold und Michaela Küpper bei ihrer Lesung im Landgericht. © Theresa Bruch


Die Veranstaltung: KrimiClub im Landgericht Leipzig, Moderation: Michael Sahr. 16.3.2018, 19 Uhr


 

 

Die Rezensentin: Theresa Bruch

 


 

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