Kolumne: Fußball als Beschleuniger der Buchstadt

RB Leipzig ist ein Politikum. Seit der Verein im Mai letzten Jahres in die erste Bundesliga aufgestiegen ist, verläuft kaum ein Spiel ohne Vorfall, der anschließend medial hohe Wellen schlägt. Was einige Fans auswärtiger Clubs scheinbar so erzürnt, freut den Leipziger, speziell den Leipziger Tourismus. Denn mit den Größen der Bundesliga strömen auch Tausende von neuen Besuchern in die Stadt.

Wenn das nicht der Moment für ein oder zwei Bestseller zum Thema ist, frohlocke ich. Hat sich schon jemand an einer schmissigen Chronik des Leipziger Zentralstadions versucht, aus dem die heutige RB-Arena hervorging? Gibt es eigentlich schon Kochbücher von RB-Stars, in denen sie verraten, was ein Siegersüppchen ausmacht? Und ein Fotoband der schönsten Leipziger Fußballmomente eignet sich doch wunderbar als Geschenk, das lokale Unternehmen an Fußballfreunde-Kunden im In- und Ausland verteilen können. Meine Gedanken schlagen Salti.

Bei so vielen guten Ideen beginnt die Tastatur meines Laptops zu glühen, zumal ich als Anwohnerin der RB-Arena bei jedem Spiel in eine erzwungene kreative Pause verschwinde – dank eines mehrstündigen Funklochs. Tritt bei mir doch mal eine Schreibblockade ein, spaziere ich zum Zentralstadion und denke an dessen internationalen Ruhm zu DDR-Zeiten. Auch dieser Ort hat Leerstand und Vergessenheit erlebt und kehrt nun in neuer Blüte zurück. Und während ich die begeisterten Fan-Chöre aus der Ferne höre, keimt meine Hoffnung, dass auch die Leipziger Verlagslandschaft ein ähnliches Erwachen erleben wird. Warum den Anstoß also nicht auch für diese Ziele nutzen?

Foto: Blick auf Reste des Zentralstadions und die RB-Arena dahinter. © Daniela Schumann


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Daniela Schumann

 


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