Im Wohnzimmer mit Mareike Fallwickl

Mareike Fallwickl liest in einem Leipziger Wohnzimmer aus ihrem Debütroman »Dunkelgrün fast schwarz«.

© Frankfurter Verlagsanstalt

Bereits im Vorfeld war klar, dass die Lesung von Mareike Fallwickl gut besucht sein würde. Nach meiner Anmeldung per Mail Anfang März musste ich erstmal ein paar Tage warten, ob ich überhaupt noch einen Platz bekommen würde. Keine Überraschung, wurde der Debütroman der 1983 in Österreich geborenen Autorin doch bereits im Vorfeld zahlreich besprochen und erhielt überwiegend positive Kritiken. Die Verflechtungen der vier Hauptcharaktere, die im Verlauf der 480 Seiten sowohl multiperspektivisch als auch nonlinear geschildert werden, setzen sich beim Lesen wie ein Puzzle zusammen und geben dabei ein düsteres Geflecht aus Freundschaft, Abhängigkeit und Schuld frei.

Ich habe Glück, bekomme noch einen Platz und so lande ich schließlich im Wohnzimmer einer Dachgeschosswohnung im Leipziger Westen. Es herrscht eine heimelige Atmosphäre, die meisten der anwesenden Gäste kennen sich und kommen bei Bier und Brause schnell ins Gespräch. Dabei fühle ich mich ein wenig wie bei einer dieser WG-Partys, auf der man nur durch einen Bekannten gelandet ist und eigentlich niemanden kennt, aber irgendwie ja doch dazugehört. Ich sitze also in der Ecke, warte und beobachte. Das Wohnzimmer füllt sich von Minute zu Minute mit Gästen, die Stimmung wird immer gelöster und die Luft stickiger. Schließlich kommt Mareike Fallwickl mit ein paar Minuten Verspätung in der Wohnung an – sie stand im Messestau. Sie begrüßt viele der Anwesenden persönlich und unterstreicht damit meinen Eindruck, hier in einer privaten Veranstaltung gelandet zu sein. Mein anfangs etwas mulmiges Gefühl wandelt sich mit Beginn der Lesung jedoch in Entspannung und Neugier auf das, was jetzt kommt.

Mareike Fallwickl © Gyöngyi Tasi

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Gastgeber stellt sich die Autorin schließlich den Fragen des Moderators. Woher sie die Zeit genommen habe, dieses Buch zu schreiben, wird sie direkt zu Beginn gefragt. Eine gute Frage, wenn man bedenkt, dass die Mutter zweier Kinder neben ihrer Tätigkeit als Texterin und Lektorin auch noch als erfolgreiche Buchbloggerin arbeitet und außerdem 80 bis 100 Bücher pro Jahr liest. Sie spricht von einem guten Zeitmanagement und davon, keine Leerläufe in ihrem Leben zu haben. Jede freie Minute hat sie in das Schreiben ihres Erstlingswerkes investiert.

Drei Auszüge liest Mareike Fallwickl aus ihrem Buch und kommt zwischendurch immer wieder mit dem Moderator ins Gespräch. Sie berichtet von ihrer Arbeit mit der Frankfurter Verlagsanstalt, vom Weg des Manuskripts zum fertigen Roman und von ihrer Aufregung, endlich ihr erstes eigenes Buch in den Händen zu halten.

Nach ungefähr 90 Minuten ist die Lesung vorbei – das ging schnell. Wer das Buch noch nicht selbst gelesen hat, und das waren offensichtlich nicht viele im Raum, hat spätestens jetzt große Lust darauf. Die Autorin gibt noch ein paar Autogramme und unterhält sich angeregt mit vielen Gästen, ganz ungezwungen. Mich jedoch zieht es hinaus in den Schnee und auf meinem Weg nach Hause muss ich dann nochmal mein eigenes Zeitmanagement überdenken.

Beitragsbild: Autorin Mareike Fallwickl (links) mit Moderator Uwe Kalkowski (rechts). © Paula Baudach


Die Veranstaltung: Mareike Fallwickl liest aus ihrem Buch Dunkelgrün fast schwarz, Moderation: Uwe Kalkowski, Wohnzimmer in Plagwitz, 16.3.2018, 19.30 Uhr

Das Buch: Mareike Fallwickl: Dunkelgrün fast schwarz. Frankfurter Verlagsanstalt GmbH, Frankfurt am Main 2018, 480 Seiten, 24 Euro, E-Book 15,99 Euro


 

 

Die Rezensentin: Paula Baudach

 


 

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