Heimliches Verlangen zwischen zwei Welten

Julia Will entführt mit ihrer mehrteiligen Reihe in eine virtuelle, verzwickte und gefühlstiefe Welt der RPGs.

© Amrûn Verlag

„Play with me“ ist eine mehrteilige Gay-Romance-Reihe, geschrieben von Julia Will, im Jahr 2019, welche sich um das Leben und die Leidenschaft von Mike dreht, dem Role Play Game, kurz RPGs. Er lernt, in dem ersten Band auf einer RPG-Seite einen neuen Partner Chain kennen und für Flynn, wie Mike auf dieser Seite heißt, ist sofort klar, dass die beiden sich auch im realen Leben sehr gut verstehen würden. Doch Chain macht Flynn immer wieder klar, dass er keinen privaten Kontakt möchte. Dies ändert sich, als nach einem neuen Role-Play und einer Geburtstagsfeier, welche fast genauso abgelaufen ist wie das RPG, Mike den Mut fast und Chain seine Telefonnummer schickt. Zuerst blockt Chain wieder ab, doch nach einer Verabredung der beiden zu einer Art schriftlichen Telefonsex, blickt Mike auf sein Handy und sieht eine Nachricht von Chain. Nun hofft er, dass sie etwas mehr privat schreiben werden.

Der erste Band bzw. die ganze Reihe zielt auf ein jüngeres Publikum ab, welche Interesse an Gay-Romance- und am LGBTIQA+-Genre haben. Dadurch ist auch die Sprache an die Zielgruppe angepasst. Julia Will arbeitet teilweise mit einer oft jugendlichen Sprache, benutzt vulgäre Ausdrücke, zum Beispiel „untervögelt“ (S. 32), und Emojis wie „XD“ (S. 76) dürfen nicht fehlen, genauso wie Anglizismen, welche aus unserem heutigen Sprachgebrauch, vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen schon lange nicht mehr wegzudenken sind. Wobei dennoch die Wortwahl im Buch relativ einfach gehalten ist und man somit den Inhalt und alle Zusammenhänge relativ leicht verstehen kann.

„Play with me“ ist aus der Perspektive von Mike geschrieben, wobei aber in den Passagen des RPGs die Sicht mit den jeweiligen Posts wechselt. Hierbei wurde ein sehr gutes System benutzt, um im Zeitraum des RPGs die Nachrichten dafür und die privaten Nachrichten auseinanderzuhalten. Durch dieses Systems sind Verwirrungen, bei den vorherrschenden Perspektiven, an sich ausgeschlossen. Die Handlung des Buches folgt einer klaren Linie und ist im ersten Band recht einfach gehalten, da es nicht wirklich parallel verlaufende Zeitlinien gibt, sondern nacheinander erzählt wird. Julia Will ist es gelungen, einen guten Spannungsbogen innerhalb des Buches, aber auch als Anfang der gesamten Story zu schreiben.

Der erste Band der Reihe „Play with me“ von Julia Will, sollte jeder auf seiner Wunschliste haben, wer in diesen Genre zuhause ist, aber auch alle anderen Interessierten.


Das Buch: Julia Will: Play with me 1. Der Prinz auf der Erbse. Amrûn Verlag, Traunstein 2019, 130 Seiten, 7,50 Euro, E-Book 1,49 Euro


 

 

 

Die Rezensentin: Sarah Ullmann

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