Gods of Ivy Hall (Cursed Kiss)

Mit „Gods of Ivy Hall – Cursed Kiss“ liefert Alana Falk den Auftakt für einen Mehrteiler. Wie fällt der aus? Eine Analyse.

„Keiner der Kerle hier würde einen Heiligenschein auch nur erkennen, selbst wenn man ihn mit der Nase draufstoßen würde.“

Inhalt:

Erin hat es im Leben nicht leicht gehabt und ihre große Schwester infolge eines Streits bei einem Motorradunfall verloren. Um sich zu rächen, ist sie einen Pakt mit Hades als Rachegöttin eingegangen und stiehlt Männern mit nur einem einzigen Kuss die Seele. Doch Hades will nicht nur sie, sondern auch ihre kleine Schwester Summer. Erin tut alles, um ihre kleine Schwester vor diesem Schicksal zu bewahren.

Als sie Arden begegnet, bitte sie ihn unter einem Vorwand um Hilfe, doch dies bleibt nicht verborgen. Hades verlangt von ihr, dass sie Arden mit einem Kuss die Seele stiehlt. Das würde ihr nicht so schwerfallen, wenn er nur nicht so perfekt und gut wäre, und wenn da nicht diese Gefühle wären, die Arden mit nur einem einzigen Blick in Erin weckt. Dabei hat sie sich doch geschworen, sich niemals zu verlieben.

Schreibstil:

Alana Falk hat einen besonders gefühlvollen Schreibstil. Sie versteht es perfekt, die Gefühle der Protagonisten auszudrücken und echt wirken zu lassen. Dadurch kann man sich gut in die Charaktere hineinversetzen und mit ihnen mitfiebern.

Charaktere:

Erin lebt zwar mit weiteren Rachegöttern zusammen in einer Studentenverbindung und sieht sie als ihre Freunde an, lebt aber selbst eher zurückgezogen. Sie vertritt nicht jede Meinung der anderen und besteht darauf, nur jene Seelen zu rauben, die es wirklich verdient haben. Gleichzeitig ist sie aber auch davon überzeugt, dass grundsätzlich jeder Mann Dreck am Stecken hat.

Ihre Rolle als Rachegöttin ermöglicht es ihr, sich an Männern zu rächen, die wie jener sind, der für den Tod ihrer älteren Schwester verantwortlich war. Doch dieses Schicksal wünscht sie sich nicht für ihre jüngere Schwester Summer und so entwickelt sie einen starken Beschützerinstinkt. Sie versucht alles, um sie vor Hades zu beschützen, denn auch Summer trägt eine große Wut in sich.

Arden ist neu an Ivy Hall und fühlt sich trotz toller Freunde und dem Fechten verloren und einsam. Seit einem Unfall hat er das Gefühl, dass mit seinen Erinnerungen etwas nicht stimmt, als hätte sie jemand durcheinandergebracht. Er weiß nicht, ob er seinen Gefühlen trauen kann, und versucht deshalb romantische Gefühle fernzuhalten. Als er Erin begegnet und sich von dem Funkeln in ihren Augen fernzuhalten, sieht er sich mit einer neuen Herausforderung konfrontiert.

Fazit:

„Gods of Ivy Hall – Cursed Kiss“ ist ein fantastischer Romantasy-Titel und erfindet die griechische Mythologie neu. Als Rachegötter erhalten die jungen Männer und Frauen übermenschliche Kräfte. Sie können mit einem einzigen Kuss jedem die Seele rauben und bleiben für immer jung. Doch brechen sie ihren Pakt, erwartet sie der Tartaros. Dadurch unterscheidet sich Erin von den anderen Rachegöttern. Das Unterpfand für den Pakt ist nicht sie selbst, sondern ihre verstorbene Schwester, die den Fluss Lethe nicht überqueren und sie deshalb nicht vergessen muss. Daher fällt es Erin besonders schwer, den Pakt nicht zu brechen und muss sich immer wieder selbst Kraft zusprechen. Der Konflikt der deshalb in Erin entsteht macht sie umso menschlicher und wird durch die Begegnung mit Arden noch weiter angefacht. Die beiden dürfen sich romantische Gefühle nicht erlauben und für den Leser entsteht eine süße Folter… Küssen sie sich nun, oder nicht?

Mit über 500 Seiten wird dies aber trotz der sehr real wirkenden Gefühle etwas ausgereizt und spannt den Leser auch auf negative Art und Weise auf die Folter. Weniger Seiten wären dafür angemessen gewesen.

Das fulminante Ende hat dem Buch neuen Schwung gegeben und nochmal volle Aufmerksamkeit erfordert. Die Ereignisse überschlagen sich fast schon und überraschen mit einem völligen Plotwechsel – einem, der in Erinnerung bleiben wird und einem Folgeband neue, spannende Möglichkeiten eröffnet.

Insgesamt war das Buch sehr unterhaltsam, spannend und gefühlvoll. Der Schreibstil war fließend und ließ die Seiten nur so davonfliegen. Ein großer Teil der Handlung besteht aus Gefühlschaos der Protagonisten, wird am Ende aber zum Gefühlschaos des Lesers und hinterlässt Eindruck. „Gods of Ivy Hall“ ist für Leser von Fantasy und Romance sowie Fans der griechischen Mythologie unbedingt empfehlenswert.


Das Buch: Alana Falk: Gods of Ivy Hall. Cursed Kiss. Ravensburger Buchverlag, Ravensburg 2020, 512 Seiten, 18,99 Euro, E-Book 14,99


Die Rezensentin: Samentha Boroniec

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