Fünf Fragen für: Katrin Schumacher

MDR Hauptredaktion Kultur.

 

Wo und wann lesen Sie am liebsten?

Ist eher die Frage, wo und wann ich nicht lese. Das weiß ich ganz genau. Wenn ich aufs Meer schaue und das Wellengekritzel studiere. Dann kann ich mal ein paar wenige Tage ohne Buch sein.

Welches Buch aus Ihrer Kindheit ist Ihnen in Erinnerung geblieben?

Hans Falladas »Geschichten aus der Murkelei« mit den Illustrationen von Hans Ticha. Aua. Ich hab heute noch Alpträume. Vom Unglückshuhn, das Stück für Stück aufgegessen wird und durch Ersatzteile zur Maschine wird. Oder die schreckliche Geschichte vom goldenen Taler, der mit Tränensalz geputzt werden muss. Ein Buch, das ich schon als Kind vor die Zimmertür legen musste vorm Schlafen, weil ich nicht mit ihm in einem Raum sein wollte. Hab ich übrigens beibehalten. Leute wie Patrick Bateman oder Fritz Honka dürfen nicht mit mir in einem Bett schlafen.

Welches Buch würden Sie an gute Freunde verschenken?

Ach, ein generelles Geschenkbuch gibt’s nicht. Ein Buch muss passen wie ein Kleid oder Anzug, erziehen kann man durch ein Buchgeschenk sowieso nicht.

Wo kann man Ihnen während der Buchmesse über den Weg laufen?

Ganz offiziell, à la Programmheft? Tagsüber am MDR-Stand in der Glashalle – am Donnerstag und Freitag von 12 bis 14 Uhr sitz ich dort im »Aquarium« und hab Live-Sendungen, mit Gästen auf die ich mich sehr freue wie Marion Brasch, Heinz Strunk, Juli Zeh, Thea Dorn, Leon de Winter und viele mehr. Drumherum auf der MDR-Glashallenbühne oder dem ARD-Forum treffe ich noch David Wagner, Johanna Adorján oder Roland Schimmelpfennig für Halbstundengespräche mit Lesung – auch das sicher ein großer intensiver Spaß. Überhaupt: Man wird mich wohl tendenziell in neugierigen Gesprächen treffen.

Welches Buch haben Sie bis heute nicht zu Ende gelesen?

Willentlich viele. Sehr viele. Unfreiwillig: »Ulysses« von James Joyce. Immer wieder Anlauf genommen, immer wieder abgebrochen. Aber ich hab die Hoffnung (nachdem mir ein Joyce-Forscher den Tipp gegeben hat, irgendwo in der Mitte anzufangen und auf keinen Fall mit dem Anfang), dass ich es noch mal in die Hand nehme.

 

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