Entschlossenheit, die inspiriert

In ihrem Jugendsachbuch »Young Rebels« stellen die Autor*innen Benjamin und Christine Knödler 25 jugendliche Aktivist*innen vor, die sich nicht mit den Problemen ihrer Zeit abfinden wollen und auf ihre ganz eigene Weise dagegen ankämpfen.

Carl Hanser Verlag München. © Felicitas Horstschäfer
Benjamin Knödler. © Christian T. Joergensen

Missstände und Ungerechtigkeiten gibt es viele auf der Welt, doch mindestens genauso viele junge Menschen stellen sich diesen mit Mut und Einfallsreichtum entgegen. In »Young Rebels« zeigen die Lebensgeschichten von Jugendlichen aus Vergangenheit und Gegenwart, dass der Antrieb zur Veränderung die verschiedensten Ursachen haben kann. Die Autor*innen gehen dafür nicht streng chronologisch vor. Auf Louis Braille, der 1825 die Blindenschrift erfand, folgt die bekannte Klimaaktivistin Greta Thunberg, die mit 16 Jahren durch ihren Schulstreik weltweite Klimaproteste auslöste. Dabei sind die einzelnen Kapitel keine trockenen Lexikoneinträge, sondern kurzweilige Darstellungen der Motivationen. Der Fokus liegt immer auf den Schlüsselmomenten, die bei den Jugendlichen etwas auslösten und sie aktiv werden ließen.

Christine Knödler. © Nell Killius

Emma González setzt sich nach einem Amoklauf an ihrer Schule für strengere Waffengesetze ein. Netiwit Chotiphatphaisal gründet mit 14 Jahren in Thailand eine Zeitung, um sich für eine Bildungsreform und mehr Redefreiheit einzusetzen. Claudette Colvin widersetzt sich mit 15 Jahren als Erste der damaligen »Rassentrennung« in öffentlichen Bussen, indem sie sich weigert für eine weiße Frau aufzustehen. Alle Lebensgeschichten werden hier gleichwertig betrachtet und nicht nach dem jeweiligen Bekanntheitsgrad sortiert. Die Zitate und Hintergründe der einzelnen Porträts sind nicht aus der Luft gegriffen und werden im Anhang mit umfangreichen Quellenangaben belegt.

Den Autor*innen gelingt es, komplexe gesellschaftliche und politische Zusammenhänge komprimiert und verständlich darzustellen. Der umgangssprachliche Stil wirkt weder aufgesetzt jugendlich noch belehrend. Viele Begriffe und Fremdwörter sind zudem farblich hervorgehoben und werden im Glossar am Ende des Buches erklärt. Jede Geschichte wird außerdem durch die Illustrationen von Felicitas Horstschäfer lebendig und gegenständlich gemacht.

Trotz all der ermutigenden Darstellungen, werden aber auch die Schattenseiten des Engagements nicht verheimlicht. Anfeindungen aus dem Freundeskreis und der Familie, Hetze in den sozialen Medien, Morddrohungen und sogar Mordanschläge sind nur einige Beispiele der Konsequenzen, mit denen die Aktivist*innen zu kämpfen haben. Doch davon lassen sich die »Young Rebels« nicht abschrecken. Im Gegenteil – es bestärkt sie sogar in ihrer Entschlossenheit weiterzukämpfen. Eine Entschlossenheit, die inspiriert.


Das Buch: Benjamin Knödler & Christine Knödler: Young Rebels. 25 Jugendliche, die die Welt verändern! Carl Hanser Verlag, München 2020. 191 Seiten, 18 Euro


 

 

 

Der Rezensent: David Kox

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