Ein Buch für Jung und Alt?

Alexandra Pilz liest aus dem dritten Teil ihrer Trilogie »Für immer Hollyhill«.

Ist es legitim, als erwachsener Mensch Jugendbücher zu lesen? Gibt es in dieser Hinsicht Werke, die Menschen jeden Alters ansprechen und mit ihrer wundervollen Art überzeugen können? All diese Fragen lassen sich mit einem kurzen Wort beantworten: »Ja!«

Es existieren wundervolle Werke, die sowohl Jugendliche als auch Erwachsene ansprechen können und die beweisen, dass Bezeichnungen für ein bestimmtes Genre nicht auf jedes Werk zutreffen müssen. Ein passendes Beispiel hierfür ist die Debüttrilogie von Alexandra Pilz, welche sie am Freitag in der kleinen versteckten Mockauer Bibliothek vorstellte. »Zurück nach Hollyhill«, »Verliebt in Hollyhill« und »Für immer Hollyhill« bestechen durch ihre fantastischen Stilmittel. Die Landschaft Englands rückt die Handlung in das richtige Licht. Im Unterschied zu anderen bekannten Büchern des Genres vermittelt die Welt Hollyhills eine wohlige Ruhe, die dazu einlädt, stundenlang darin zu verweilen. Alexandra Pilz gelingt es, verschiedene Teilaspekte in einer Geschichte zu vereinen. Ihr überaus angenehmer Schreibstil unterstützt das Phänomen des Verschmelzens zwischen Realität und Fiktionalität. Plötzlich scheint es natürlich, durch die Zeit reisen zu können. Hollyhill wird Wirklichkeit.

Doch trotz der eindeutigen Vielschichtigkeit dieser Trilogie, zeigt sich selbst in der Zusammensetzung der Zuhörenden, dass Klischees und Vorurteile in der Buchwelt gang und gäbe sind. Ausschließlich junge Menschen lauschen der sympathischen Autorin, während sie den Beginn ihres dritten Bandes vorstellt. Umgeben von Regalen, die gefüllt sind mit Büchern desselben Genres, führt eine Vertreterin des Heyne Verlages durch die Lesung. Die anschließende Fragerunde rundet die Lesung ab.

Insbesondere dieser Abschnitt kristallisiert sich am Ende als einziger Minuspunkt heraus. Es zeigt sich, dass ein unwissendes, zum Teil uninteressiertes Publikum vorherrscht. Die meisten scheinen die Werke von Alexandra Pilz nicht zu kennen oder das gängige Klischee zu erfüllen, das man vielen Jugendlichen unterstellt: »Ein Buch in die Hand nehmen? Niemals!«

Es ist der Autorin zu wünschen, dass Vorurteile gegenüber Jugendbüchern mit der Zeit abflauen. Die Hollyhill-Trilogie ist alles, nur kein stereotyper Jugendbuchroman.


Die Veranstaltung: Alexandra Pilz liest aus Für immer Hollyhill, Bibliothek Mockau, 18.3.2016, 10 Uhr
Das Buch: Alexandra Pilz: Für immer Hollyhill. Heyne fliegt, München 2016, 384 Seiten, 16,99 Euro, E-Book 13,99 Euro


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Die Rezensentin: Marie Schottstedt

 


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