„Brüder kommt schnell, ich trinke Sterne!“

Champagner – eine französische Erfolgsgeschichte mit deutschem Anteil.

© J.G. Seume Verlag

„Als Rotkäppchen Frankreich verlassen musste“ behandelt die Geschichte des luxuriösesten Getränkes der Welt: Champagner. Auf knapp 150 Seiten zeichnet der Autor Volker Hildisch ein ausführliches Porträt des edlen Schaumweines und der teilweise bis heute erfolgreichen französischen Champagnerhäuser des 18. und 19. Jahrhunderts nebst ihren deutschen Verbindungen.

Von der Herstellung bis zu den heutigen Gegebenheiten: Hildischs Buch liefert eine komplexe Abhandlung über das Thema Champagner und seiner Geschichte. Dem Autor gelingt es dabei, seine Ausführungen immer wieder mit interessanten Anekdoten aufzulockern, was das Buch als Sachbuch in diesen Fällen erstaunlich zugänglich macht. Leider ist „Als Rotkäppchen Frankreich verlassen musste“ für ein Sachbuch zu salopp verfasst, was dem Thema nicht angemessen scheint, da es ihm die Ernsthaftigkeit nimmt. Auch in Puncto Aufbau kann das Werk trotz klarer Strukturierung in Kapiteln nicht gänzlich überzeugen, da zu oft innerhalb der verschiedenen Themen und Zeitepochen hin und her gesprungen wird. Negativ fällt auch auf, dass die Sprache kaum auf das Thema Rotkäppchen, immerhin das titelgebende Getränk fällt. Hier entsteht unweigerlich der Eindruck, dass lediglich ein bekannter Name verwendet wurde, um Leserinnen anzuziehen.

Das Buch bietet eine ausführliche Beschreibung der Geschichte des Champagners und was Deutschland beziehungsweise Deutsche damit zu schaffen hatten und haben. Trotz vieler Anekdoten, die das Leseerlebnis auflockern, bleibt das Buch oft hinter seinen Möglichkeiten zurück. Dies gilt vor allem für Sprache und Form des Werkes, die dem Thema teilweise nicht angemessen erscheinen. So kann man Hildischs Abhandlung getrost mit einem halbtrockenen Sekt vergleichen – nichts Halbes und nichts Ganzes eben.


Das Buch: Volker Hildisch: Als Rotkäppchen Frankreich verlassen musste. Champagner und Sekt – eine deutsch-französische Geschichte. J.G. Seume Verlag, Saarbrücken 2019, 142 Seiten, 24,90 Euro


Der Rezensent: Nicolas van Veen

 

 

 

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