Auf in ferne Länder

Moritz Pieper lädt zu einer 12.000 km langen Reise ein.

»Der hat einen Doktor? Wie alt ist der denn?« Vielen Zuschauern steht diese Frage ins Gesicht geschrieben, andere sprechen sie aus, als Rüdiger Wolff den jungen Weltenbummler als Doktor Moritz Pieper vorstellt. Trotz seines jungen Alters – er ist noch keine dreißig – hat Pieper bereits viel gesehen und erlebt. So hat er unter anderem in Frankreich, Russland und China studiert.

Da es sich bei »Vom Gelben Meer bis zum Atlantik« um sein erstes Buch handelt, hat Pieper bisher lediglich einen geringen Bekanntheitsgrad. Dennoch versammeln sich viele abenteuerlustige Zuschauer im Lese Café auf der Messe, um sich mit auf eine Reise zu begeben, von China über die Mongolei und Russland bis zum Atlantik.

In gespannter Vorfreude warten sie auf den Beginn der Veranstaltung. Endlich ist es so weit: Rüdiger Wolff eröffnet das Gespräch. Sichtlich nervös mit den Händen spielend stellt er kurz den Autoren vor und gibt auch schon das Wort weiter. Nicht nur der Moderator, auch Pieper ist nervös. Allerdings weiß er dies gut hinter dem Tisch zu verstecken. Die Nervosität beider hat jedoch keinen negativen Einfluss auf die Veranstaltung – im Gegenteil. Die Lesung wirkt sehr authentisch. Sowohl Wolff als auch Pieper übermitteln auf diese Art ein Gefühl der Sympathie, von Nahbarkeit. Es ist also kein Wunder, dass das Publikum mit der Lesung mehr als zufrieden ist.

Der junge Autor beim Geben eines Autogramms. © Anna-Sophia Schmidt/Messe Leipzig
Moritz Pieper beim Signieren eines Buches. © Anna-Sophia Schmidt/Messe Leipzig

Die vorgelesenen Ausschnitte vermitteln einen guten Eindruck, auf welche Weise Pieper seine Reise beschreibt. Die Kostproben lassen erahnen, dass Humor, Reisebericht und Verarbeitung von Eindrücken in einem guten Gleichgewicht stehen.

So, wie er schreibt, liest der Autor auch: locker mit Humor und dennoch mit dem gewissen notwendigen Ernst in den Augen. Aufgrund dessen ist das Zuhören sehr angenehm und das Lesen des Buches fällt leicht. Passagen, wie der Ritt mit einem Pferd durch die Mongolei, der aufgrund mangelnden Reitvermögens mehr oder weniger schiefgeht, bringen Zuhörer und auch Leser zum Lachen. Sie lassen außerdem über grobe Tippfehler – beispielsweise wird der große Diktator Mao zu einem unbekannten Moa – hinwegsehen.


Die Veranstaltung: Moritz Pieper liest aus Vom Gelben Meer bis zum Atlantik, Moderation: Rüdiger Wolff, 19.3.2016, 10.30 Uhr

Das Buch: Moritz Pieper: Vom Gelben Meer bis zum Atlantik. Manhattan, Dessau 2016, 184 Seiten, 13,50 Euro


SchmidtAS_Profilbild_2016_02_08

 

Die Rezensentin: Anna-Sophia Schmidt

 

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.