Zu Gast: Leipzig oder wie ich die Literatur lieben gelernt habe

Nach dem Auftakt im September ist Kat from Minas Morgul die zweite Bloggerin, die einen Gastbeitrag für uns schreibt. Unsere neugierigen Fragen beantwortet sie morgen. Wir setzen die Reihe im November fort.

Ich steige aus dem Zug und atme erst einmal durch. Es riecht nach gemähtem Gras, warmem Straßenbelag und ein bisschen nach Bauernhof. Kurz, es riecht nach Zuhause. Seit drei Jahren wohne ich nun schon in Leipzig, aber trotzdem ist es immer wieder ein tolles Gefühl, zurück nach Baden-Württemberg zu kommen. Dazwischen liegen 500 Kilometer. Die beiden Orte sind völlig unterschiedlich. Manchmal denke ich, ich reise zwischen verschiedenen Welten hin und her. Andere Menschen, andere Landschaft. Aber was ich mit beidem verbinde, sind Bücher. Wenn ich darüber nachdenke, gibt es auch hier Unterschiede, wie ich die Bücher und die Orte miteinander assoziiere.

Bereits als Kind war ich total verrückt nach Büchern. Als ich noch nicht lesen konnte, las meine Mutter mir vor und mein Vater erzählte mir Geschichten. Außerdem gab es ja auch noch die Tier-Enzyklopädien bei meinen Großeltern. Praktisch das Highlight eines jeden Besuchs. Sobald ich dann selbst lesen konnte, standen regelmäßige Besuche in der Bibliothek und im Buchladen an, meine Regale füllten sich immer mehr. Mein Vater musste regelmäßig ein neues Brett dazuschrauben. Bücher waren also schon immer ein großer Teil von mir, aber irgendwie trotzdem nur eine Freizeitbeschäftigung. Eine enorm wichtige zwar, mehr aber auch nicht.

Das hat sich mit dem Beginn meines Studiums und dem Umzug nach Leipzig geändert. Die Atmosphäre der Stadt schreit förmlich nach Buch. Praktisch überall gibt es eine Möglichkeit, an Bücher zu kommen, egal ob das nun ein Buchladen, eine Bibliothek oder ein Bücherschrank ist. Bücher sind in Leipzig regelrecht heimisch. Nicht umsonst ist die Stadt Buchstadt. Auch wenn nicht mehr ganz so viele Verlage hier angesiedelt sind wie noch vor einem Jahrhundert, ist Leipzig noch immer ein Zentrum der Literatur, und das nicht nur wegen der Buchmesse. Die habe ich übrigens auch zum ersten Mal besucht, nachdem ich nach Leipzig gezogen bin. Und ich war sofort in ihren Bann gezogen. Die ganze Atmosphäre des geschriebenen Worts steckt einfach irgendwann an, man kommt praktisch gar nicht darum herum.

Mittlerweile sind Bücher nicht einfach nur etwas, mit dem ich mich nebenbei beschäftige, sondern sind viel prominenter in Erscheinung getreten. Vielmehr beschäftige ich mich aktiv mit den Büchern, denke über sie nach, will praktisch rund um die Uhr lesen. Ich habe mit dem Bloggen begonnen, meine sozialen Medien sind auf Bücher ausgerichtet, ich habe neue Büchermenschen kennengelernt und gute Freunde. Und irgendwie gelingt es der Literatur immer noch, dass ich mehr und mehr Gefallen an ihr finde und immer wieder etwas Neues entdecke. Die Liebe zur Literatur war ja immer schon in mir, aber ich habe so vieles von meiner heutigen Beziehung zu Büchern Leipzig zu verdanken – und es wird einfach immer schöner.

Beitragsbild © Kat

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