Zu Besuch bei Sugar, Viper & Co.

Willkommmen in der Metropolis Table Dance Lounge

Von Ulrike Klemm

Über meinem Kopf prangt hell wie eine Diskokugel das Schild „Metropolis – Table Dance Bar“ – mein Ziel für heute Abend. Ich war noch nie in einer Tabledance Bar und dass mein erster Besuch im Auftrag des Blogs Leipzig lauscht und damit im indirekten Auftrag der Universität, ist, hätte ich nie gedacht. Dementsprechend nervös, mit tomatenrotem Kopf und eiligen Schritten, husche ich hinein und stolpere die Stufen zum Eingang hinunter. War doch ganz easy.

metropolis
© Metropolis Leipzig

 

„Das Metropolis gibt es schon seit 1997“, erzählt die Barkeeperin Yvonne. Ich treffe sie gemeinsam mit zwei Tänzerinnen vor ihrer Arbeit an. Eine davon nennt sich liebevoll die „Mama“ der restlichen Mädels – seit der Eröffnung tanzt sie nun schon hier. Die Tänzerinnen, nein, die „Girls“, des Metropolis sind übrigens allesamt auf dem Internetauftritt der Tabledance Bar zu bewundern, von Alexis über Sugar, bis Viper.

Der Innenraum hat das Flair einer üblichen Bar, zusätzlich unüblich vielen, goldenen Metallstangen. Dort werden am 13. und 14. März Lesungen im Rahmen von „Leipzig liest“ stattfinden. Und das nicht zum ersten Mal.

„Es dürfte jetzt ungefähr das fünfte oder sechste Jahr sein, in dem das Metropolis als Lesungsort dient und von Jahr zu Jahr kommen immer mehr Leute“, erklärt Yvonne.

Aus diesem Grund braucht sich auch dieses Mal kein Leseinteressierter vom Begriff „Tabledance“ abschrecken lassen. Denn viel mehr wird das Metropolis für seine Besucher eine Bar sein, die einen Hauch von Erotik und Abenteuer vermittelt – und das ohne die charakteristischen Tänzerinnen. Die Girls, die hier üblicherweise ab 22 Uhr arbeiten, sitzen während den Lesungen selbst im Publikum und nur wenn es ein Autor ausdrücklich zu seinem Auftritt wünscht, sind sie während der Pause auf der Bühne. Nichtsdestotrotz entwickelt sich durch die Atmosphäre des Metropolis, gemeinsam mit dem erotischen Genre der Bücher, ein dezentes Knistern in der Luft.

Pikant, doch nicht minder humorvoll, wird es mit der Lesung von Henriette Hell. Sie stellt ihr Buch „Achtung, ich komme! In 80 Orgasmen um die Welt“ am Messefreitag um 20.30 Uhr vor. Der Titel fasst den Inhalt bestens zusammen: Nachdem die experimentierfreudige Henriette in Deutschland nicht mehr richtig kommt, plündert sie ihre Konten und bereist die Welt um zu testen, ob Frau in anderen Ländern entspannter kommen kann.

metropolis2
© Metropolis Leipzig

Die Autorin Julia Wolf schlägt mit ihrer Lesung von „Alles ist Jetzt“ am Samstag um 20:30 ernstere Töne an. Ihre Protagonistin Ingrid zieht weg von ihrer kranken Mutter und dem erdrückenden Vorort und beginnt in einer Live-Sex-Bar einer Großstadt zu arbeiten. Doch Intrigen, familiärer Druck und Selbstentfremdung machen ihr das Leben zur Hölle. Überstürzt fliegt sie in Hoffnung auf Besserung nach New York.

Das Metropolis bietet den genannten Lesungen auch dieses Jahr wieder eine stimmige Bühne und bereichert damit die Vielfalt des Lesefestivals. Denn ob Tänzerin oder Besucher: Jeder liest. Leipzig liest.

Lesungen:

  • 13. März, 20.30 Uhr, Metropolis: „Achtung, Ich komme! In 80 Orgasmen um die Welt“ von Henriette Hell
  • 14.März, 20.30 Uhr, Metropolis: „Alles ist Jetzt“ von Julia Wolf

Bücher:

  • Henriette Hell:„Achtung, Ich komme! In 80 Orgasmen um die Welt“, Blanvalet , 12,99€
  • Julia Wolf: „Alles ist Jetzt, Frankfurter Verlagsanstalt, 19,90€

Metropolis im Netz  

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.