Von Ratten, bei denen erfolgreich Gehirnimplantate getestet wurden und von künstlicher Intelligenz

An einem der letzten noch warmen Sommerabende fand am 24. August die Lesung von Frank Schätzings neuen Roman »Die Tyrannei des Schmetterlings« im großen Sendesaal des rbb in Berlin statt. Die Lesung wurde im Rahmen der Reihe »Die schöne Lesung«, bei der seit 2015 schon einige renommierte Schriftsteller wie Maria Vargas Llosa und Paul Auster aufgetreten sind, im Sender Radio 1 live übertragen.
Vor einem großen Publikum stellt der bekannte Autor Frank Schätzing sein neustes Werk vor und philosophiert mit seiner Autorenkollegin Miriam Meckel über die neusten Errungenschaften der Forschung über künstliche Intelligenz und welche möglichen Szenarien sich daraus fiktiv als auch real ergeben können.

 

Der Bestsellerautor Frank Schätzing, der durch seinen Science-Fiction -Thriller »Der Schwarm« bekannt geworden ist, beschreibt in seinem neuen Roman, was künstliche Intelligenz alles ermöglichen kann und was geschehen kann wenn der Mensch, der die Maschine erbaut, diese nicht mehr kontrollieren kann. Die sehr spannende Handlung, die mich beim Lesen gefesselt hat, wurde nur teilweise durch die blumige Sprache und inhaltliche Verwirrungen getrübt, die mich manchmal sogar an meiner eigenen Intelligenz zweifeln ließen.

© Kiepenheuer & Witsch Verlag

Mit meinem dicken Schmöker und diesen Gedanken im Hinterkopf betrete ich das Haus des Rundfunks des rbb und staune nicht schlecht. Nachdem die Tickets von uniformierten Personal kontrolliert wurden, die wie bei einer Theateraufführung einem den Weg zum Platz im Parkett linke Seite weist, betrete ich den großen Sendesaal.

Als erstes fällt mir neben zahlreicher Stühle, die für ein sehr großes Publikum vorgesehen sind, die gut ausgeleuchtete Bühne auf. Die drei im Halbkreis positionierten Stühle, bei welchen bereits das Wasser für die späteren Redner bereit gestellt wurde, lassen mich eher an eine Talkshow bei Anne Will, als an eine klassische Lesung denken. »Warum eigentlich drei Stühle?« überlege ich noch, als schon der Moderator im schicken Anzug die Bühne betritt. Er kündigt neben Frank Schätzings »Tyrannei des Schmetterlings« überraschend die Autorin und Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel mit ihrem Buch »Mein Kopf gehört mir. Eine Reise durch die schöne neue Welt des Brainhackings« an.

Der Zusammenhang der beiden Bücher erschließt sich jedoch schnell. Meckels Buch befasst sich mit den Fortschritten von Neuro-und Computerwissenschaften, durch die versucht wird, das menschliche Gehirn effizienter zu machen und der Frage, welche Vor-und Nachteile sich daraus ergeben.

In einem fast zwei stündigen Disput, in dem ich mit Erstaunen erfahre, wie weit die Forschung bereits auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz fortgeschritten ist, wie bei Laborraten durch ein Gehirnimplantat erfolgreich Gedankenübertragung ermöglicht wurde und wie Google eine durch Computerprogramme nahezu perfekt imitierte menschliche Stimme telefonieren kann. Die beiden Autoren fantasieren darüber, welche zukünftige technischen Entwicklungen noch möglich sein werden, was das für ethische Folgen nach sich ziehen könnte und was passieren kann, wenn die künstliche Intelligenz irgendwann die des Menschen übersteigt und die Kontrolle über sich selbst übernimmt. Schätzing liest dazu inhaltlich angepasst zwei Auszüge aus seinem Buch vor.

Während Meckel das Thema populärwissenschaftlich angeht sind Schätzings Fantasien als Romanautor hier keine Grenzen gesetzt.

Miriam Meckel und Frank Schätzing | © Stefanos Notopoulos/Paul Schmitz/Cara-Foto/Shutterstock.com

Seine Überlegungen dazu, wie weit künstliche Intelligenz sich entwickeln kann und inwieweit sie die Menschheit bedrohen kann erzeugt Spannung auf sein Buch.

Mit dem Gefühl, sehr viel über die Thematik der künstlichen Intelligenz erfahren zu haben und angeregt dazu, mir selbst weitere Gedanken darüber zu machen, was künstliche Intelligenz alles bedeuten kann, verlasse ich die Lesung.

 

Beitragsbild:  Von links nach rechts: Frank Schätzing,  Miriam Meckel, Moderator Thomas Böhm ©Radio eins


Die Veranstaltung: Radio eins präsentiert Frank Schätzing, „Die Tyrannei des Schmetterlings“, Miriam Meckel „Mein Kopf gehört mir- eine Reise durch die schöne neue Welt des Brainhackings“, Moderator: Thomas Böhm, 24.08.18, 20 Uhr Großer Sendesaal des rbb (Haus des Rundfunks Berlin)


Das Buch: Frank Schätzing : Die Tyrannei des Schmetterlings. Köln, 2018, 728 Seiten, 26 Euro, E-Book 19,99 Euro, Kiepenheuer& Wisch Verlag


Die Rezentin: Sophia Jaworowski

 

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