Von Kartenspielen, Zwergen und Pudeln

Markus Heitz im Gespräch mit Bastian Wierzioch.

Will man einen Sitzplatz ergattern, wäre es ratsam gewesen, eher aufzutauchen: Die Leseinsel Fantasy ist prall gefüllt, auch rundherum stehen schon die Leute und warten darauf, dass Markus Heitz die Bühne betritt. Erst vor Kurzem hat er den neuen Spiegel-Bestseller »Des Teufels Gebetbuch« herausgebracht. In dem Urban-Mystery-Thriller geht es um das gefährliche Kartenspiel »Supérieur«, welches den Tod bringen kann. Der ehemalige Spieler Tadeus Boch versucht mit der Hilfe von Hyun Poe herauszufinden, was hinter dem Kartenspiel steckt und gerät dabei in Lebensgefahr.

Markus Heitz (links) und Bastian Wierzioch (rechts) im Gespräch. © Chantal Schmidt
Markus Heitz (links) und Bastian Wierzioch (rechts) im Gespräch. © Chantal Schmidt

Markus Heitz und der Moderator Bastian Wierzioch nehmen auf der Bühne Platz und das Gespräch beginnt. Die Stimmung ist locker und entspannt, Heitz und Wierzioch machen Witze und es wirkt wie ein ungezwungenes Gespräch zwischen guten Freunden. Zuerst wird der Inhalt des Buches wiedergegeben, natürlich ohne zu viel zu verraten. Auch zur Historie des Kartenspiels erfahren die Zuschauer jede Menge, denn für seinen Roman hat Heitz umfassend recherchiert. Wer hätte gedacht, dass das Kartenspielen zeitweise verboten war? Spielkarten wurden lange Zeit als »Gebetbuch des Teufels« verunglimpft und Heitz gibt zu, dass ihn diese Bezeichnung bei der Titelwahl inspiriert habe. Er gibt auch ein paar persönliche Informationen preis, die mit »Des Teufels Gebetbuch« zusammenhängen: Er habe Respekt vor Hunden und wurde schon oftmals von Pudeln gebissen, weshalb er in seinem neuen Roman einen großen, schwarzen Pudel als teuflisches und unheimliches Symbol gewählt habe.

© Verlagsgruppe Droemer Knaur
© Verlagsgruppe Droemer Knaur

Das Kartenspiel »Supérieur« hat sich der Autor extra für seinen neuen Roman ausgedacht. Jetzt erweckt er es zum Leben, indem er Kartenturnierlesungen in ganz Deutschland veranstaltet. Am 1. April 2017 soll das Turnier sein großes Finale im Casino in Baden-Baden finden. Gespielt wird nach Heitz’ eigenen Regeln, doch keine Sorge, in dieser Version werden keine Opfer gefordert.

Aber heute soll es nicht nur um seinen neusten Roman gehen, auch seine Fantasyreihe »Die Zwerge« kommt zur Sprache. Die Buchreihe hat dem Autor zu seinem heutigen Erfolg verholfen und es gibt mehrere Umsetzungen in Form von Brettspielen, Graphic Novels und sogar Computerspielen. Heitz beschreibt es selbst als merkwürdig, letzteres zu spielen und gibt zu, dass er sagenhaft schlecht darin sei.

Markus Heitz ist ein Autor, der seine Bücher und Geschichten lebt und somit eine enorme Überzeugungskraft an den Tag legt. Allein vom Zuhören bekommt man Lust, sich mehr mit seinen Werken und deren Hintergründen auseinanderzusetzen. Die Fragen, die der Moderator stellt, sind genau die richtigen. Wenn man »Des Teufels Gebetbuch« bereits kennt, bekommt man interessante Hintergrundinfos zu der Story und ihrer Entstehung; wenn nicht, dann verleitet das Gespräch dazu, sich spätestens nach der Buchmesse selbst mit dem Roman auseinanderzusetzen. Das Publikum bedankt sich mit einem beachtlichen Applaus, denn Heitz hinterlässt den Eindruck eines faszinierenden Autors, dessen Lesungen und Gesprächsrunden man sich gerne wieder anhört.

Beitragsbild: Markus Heitz. © FinePic, München


Die Veranstaltung: Markus Heitz im Gespräch über sein Buch Des Teufels Gebetsbuch, Moderation: Bastian Wierzioch, Leseinsel Fantasy, 24.3.2017, 13 Uhr

Das Buch: Markus Heitz: Des Teufels Gebetsbuch. Knaur, München 2017, 672 Seiten, 16,99 Euro, E-Book 14,99 Euro


 

 

Die Rezensentin: Chantal Schmidt

 


 

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