Von Kätzchen zu Punk — das UT Connewitz

Volles Programm bei der diesjährigen Buchmesse im UT Connewitz. Ein Besuch im historischen Theatersaal mitten im Szene-Stadtteil lohnt sich!

Der von außen unscheinbar wirkende Eingang des UT Connewitz führt den Besucher direkt in den beeindruckenden Saal des Lichtspieltheaters. Was heute eine Sammelstelle für vielfältige kulturelle Veranstaltungen im bunten Stadtteil Connewitz ist, hat eine lange Geschichte als Kinogebäude hinter sich. Seit 1912 werden im großen Saal, der ursprünglich 625 Besuchern Platz bot, Filme gezeigt. Damals noch unter dem Namen Kino »Cammerlichtspiele«, wurde dort zum ersten Mal am 1. Weihnachtstag der Stummfilm »Die schwarze Katze« vorgeführt. Bis es ab 1992 für einige Jahre leerstand, war das Kino dann in Betrieb und diente als Leinwand für verschiedene Vorstellungen der Geschichte: unter anderem als Treffpunkt der Underground- Punkszene in der DDR. Heute engagiert sich der gleichnamige, 2001 gegründete Verein wieder für den Betrieb des UT Connewitz und sorgt ehrenamtlich für das umfassende Angebot aus Konzerten, Filmvorstellungen und zum Beispiel auch Lesungen im Rahmen des Lesefests Leipzig liest!
Im fast unverändert erhaltenen historischen Saal vor der klassischen Theaterkulisse stehen heute regelmäßig Filmvorstellungen wie die »Queere Filmwoche« und Konzerte von Indie bis Death Metal auf dem Programm, was sich nahtlos in die bunte und weltoffene Connewitzer Gesellschaft einfügt. Auch bei der diesjährigen Buchmesse bietet das UT Connewitz eine Reihe an Lesungen an, die besonders für politisch interessierte Besucher*innen spannend werden könnten. Für alle frühen Vögel stellt der Open House Verlag bereits am Mittwochabend sein Programm vor. Am Freitag folgt dann ein »Norwegischer Abend«. In den darauf folgenden Tagen steht dann das UT Connewitz ganz unter den Fahnen Tschechiens. Ein besonderes Highlight bildet die Lesung am Samstag: Eugen Brikcius und Sylvie Richterová stellen ihr Werk »Exil und Exil« vor, in dem sie von ihrer gemeinsamen Erfahrung aus dem jahrelangen Exil berichten. Wer noch einen gelungenen Abschluss für die Buchmesse sucht, ist bei der Lesebühne am Sonntag sicher gut aufgehoben: Die Autor*innen Paul Bokowski, André Herrmann, Jacinta Nandi und Tanasgol Sabbagh präsentieren ihre besten Texte.

Beitragsbild: Warremann


Rezensentin:

 

 

Natalie Warremann

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