Von Altersheimen, T-Rex-Statuen und Trennungsfeiern

André Herrmann, studierter Politikwissenschaftler, Poetry-Slammer, Hypezig-Erfinder und Comedy-Autor, liest Ausschnitte aus seinem neuem Roman.

Der Autor André Herrmann © Enrico Meyer

Rund dreieinhalb Jahre nach der Veröffentlichung seines Debüt-Romans »Klassenkampf« im März 2015, wird diesen Herbst André Herrmanns neues Buch »Platzwechsel« im Verlag Voland & Quist erscheinen.

Dies nahm sich die Lehmanns Buchhandlung zum Anlass, eine kleine »Werkschau« von und mit André Herrmann zu veranstalten. Der Begriff »Werkschau«, den Herrmann selbst wählte, ist meines Erachtens nicht ganz passend, da er üblicherweise das Gesamtwerk eines Künstlers beziehungsweise eine Übersicht über dessen Schaffen bezeichnet. Eine Werkschau in diesem Sinne gab es am Donnerstag nicht, stattdessen las André Herrmann Ausschnitte aus seinem neuen Buch.

Es ist die Fortsetzung von »Klassenkampf« und in der Ich-Perspektive geschrieben. Hauptperson und Protagonist ist André, der irgendwie genau dasselbe macht wie der Autor selbst. Neben Maik, Andrés bestem Freund, der auch schon in »Klassenkampf« eine wichtige Rolle spielt, geht es in »Platzwechsel« unter anderem um Andrés dementen Opa, den er oft in seinem Heim besucht und Sachen sagt wie »Je mehr Leute da sind, desto schlechter kochen die hier, André«, um eine riesige T-Rex-Statue, Zukunftspläne, Hochzeits- und Familienfeiern und warum man keine Trennungsfeiern – sogenannte Apartys – feiert.

Cover von André Herrmanns Debüt-Roman »Klassenkampf« © Voland & Quist

Die vom Autor gewählten Textpassagen variierten von der Länge und vom Inhalt stark, sodass das Publikum nie die Lust am Zuhören verlor und insgesamt einen sehr guten Überblick bekam, womit man es in »Platzwechsel« zu tun haben wird. Weder das Buch noch das Cover sind bisher fertig, und so darf man gespannt sein, wie das im September erscheinende Buch letztendlich aussehen wird.

 

Jeder von Herrmann gelesene Beitrag erntete viele Lacher und lauten Applaus. Zwischendurch erzählte André Herrmann immer wieder einige Anekdoten und Storys rund um seine Texte. Die Stimmung in der Buchhandlung war von Anfang an entspannt und unbefangen. Das bunt gemischte Publikum war sehr kommunikativ und antwortete mit einigen Zurufen auf die von Herrmann locker in den Raum gestellten Fragen.

Nach etwa 90 Minuten und etwa vier geleerten Wassergläsern beendete André Herrmann seine Lesung, damit – nach seiner Aussage – noch alle pünktlich zur Entscheidung von »Germany’s next Topmodel« nach Hause kommen und sehen können, ob Klaudia mit K endlich rausfliegt.

Beitragsbild: André Herrmann liest bei Lehmanns in Leipzig. © Milo Tetzel


Die Veranstaltung: André Herrmann liest Ausschnitte aus seinem neuen Buch »Platzwechsel«, welches im Herbst bei Verlag Voland & Quist erscheint, Lehmanns Buchhandlung, 3.5.2018, 20.15 Uhr

 Die Bücher: André Herrmann: Platzwechsel. Voland & Quist, Leipzig 2018, t.b.a.
André Herrmann: Klassenkampf. Voland & Quist, Leipzig 2015, 382 Seiten, 19,99 Euro, E-Book 11,99 Euro


 

Die Rezensentin: Milo Tetzel

 

 


 

 

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