Sgladschdglei – Sächsisch für Anfänger

Der Entertainer Thomas Nicolai stellt die dritte Übersetzung eines Asterix-Comics auf der Manga-Comic-Con vor

„Wie findsdn dudn diedn?“ fragt Asterix Obelix als sie nach einer langen Reise in Rom ankommen, um Troubadix aus den Fängen des römischen Kaisers Caesar zu befreien. Dieser Satz ist außerdem der Lieblingssatz von Entertainer und Übersetzer des neuen Asterix-Comics in sächsischer Mundart Thomas Nicolai.

Der Übersetzer Thomas Nicolai © Bernd Brundert

„Ist dieser Satz nicht einfach herlich?“ fragt er das sichtlich erheiterte Publikum. Die große Fangemeinschaft von Asterix und Obelix lässt es sich natürlich nicht nehmen, die schon bekannten Abenteuer unserer liebsten Gallier auch auf Sächsisch zu genießen. Vor allem der abwechslungsreiche und lebhafte Vorlesestil von Thomas Nicolai zieht die Zuhörer in ihren Bann und unterhält alle köstlich. Jede Figur hat ihre eigene Stimmlage und Besonderheiten in der Aussprache. Es ist, wie einem guten Hörspiel zu lauschen und das Ganze noch mit Livebildern untermalt zu bekommen. Ein großes Vergnügen also. „Sgladschdglei“ ist der dritte Mundartband auf Sächsisch und erzählt die Geschichte von „Asterix als Gladiator“.

Sgladschdglei © 2019 Les Éditions Albert René

Angefangen hat alles damals mit dem schwäbischen Dialekt, welchem die Erfinder der Asterix-Comics René Goscinny und Albert Uderzo sofort verfallen waren. Mittlerweile gibt es 80 Mundartbände in 30 verschiedenen Dialekten, wobei der sächsische ohne Frage der Beste ist, so Thomas Nicolai mit einem Zwinkern. Zuerst stellt Nicolai die Figuren im Comic kurz vor, natürlich auf sächsisch und in der typischen Kürze und Direktheit, die einfach perfekt im Dialekt transportiert werden können. So wird Majestix, »der Oborhäuptling von allen« als verschrobener Herrscher dargestellt, aber »Na Ja, n gleen vouchl had ja wohl jeder.« Während Nicolai liest werden einem die Charaktere immer sympathischer und sogar ich, als Wahlleipziger, finde Gefallen an dem wunderschönen Dialekt Sächsisch. So unterhält Thomas Nicolai das Publikum eine halbe Stunde lang mit seinen realitätsnahen Dialektkenntnissen, seinem außerordentlichen Vorlesetalent und den tollen Geschichten von Asterix und Obelix, die viele schon als Kinder in ihren Bann gezogen haben.

Thomas Nicolai während seiner Lesung © Elisabeth Kästel

Durch ihr neues Gewand bekommt man jedoch nun einen ganz anderen Blick darauf und kann das Comic auch als Erwachsener noch einmal gut lesen. Die Lesung lässt einen am überfüllten Messesamstag für eine halbe Stunde abtauchen und der ganze Messestress ist vergessen.

Beitragsbild: Der Entertainer und Übersetzer Thomas Nicolai während seiner Lesung zum sächsischen Mundartband Sgladschdglei © Elisabeth Kästel


Die Veranstaltung: Thomas Nicolai liest aus Sgladschdglei, Leipziger Buchmesse, Schwarzes Sofa, 23.03.2019, 11.00 Uhr


Das Buch: René Goscinny und Albert Uderzo, übersetzte von Thomas Nicolai: Sgladschdglei. Berlin 2019, 48 Seiten, 14 Euro


Die Rezensentin: Elisabeth Kästel

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