Samsvater erzählt Märchen

Lustiger Abend mit Paul Maar in der alten Handelsbörse.

Wer von uns kennt sie nicht, das Sams und Herrn Taschenbier? Im Rahmen von »Leipzig liest« ist ihr Erfinder Paul Maar in diesem Jahr wieder in Leipzig, um sein neues Buch »Schiefe Märchen und schräge Geschichten« vorzustellen.

Da Maar auch Illustrator ist, beginnt er den Abend mit dem Stift in der Hand. Er zeichnet, zum großen Vergnügen der anwesenden Kinder. Tier um Tier entsteht, das er jeweils mit einem Reim ankündigt. Die Kinder erraten den Tiernamen. So zeichnet er: Maus, Elefant, Igel, Nashorn, Nilpferd, Affe, Maulwurf, Esel, Pinguin, Affe mit Hut, Uhu, Löwe. Dann signiert er das Bild mit »Maar« und fügt nach dem Esel ein »ist« hinzu. Nun ist klar: In der Zeichnung steckt eine Botschaft. Die Kinder entschlüsseln sie begeistert: »Mein Name ist Paul Maar«. So stellt er sich vor.

Dann setzt er sich, erzählt ein wenig über das eben erschienene Märchen-Buch, kündigt ein neues Sams-Buch für den Herbst an und eine Sonderausgabe seiner Erzählungen zu seinem 80. Geburtstag im Dezember. Nun setzt er seine Lesebrille auf und beginnt, aus dem neuen Buch zu lesen. Da gibt es eine Vase, die sprechen und Wünsche erfüllen kann, einen verwunschenen Föhn, der zum Telefon wird, und eine abgeänderte Version von Hänsel und Gretel.

Paul Maar liest und zeichnet in der Handelsbörse. © Yasmin Al-Iriani
Paul Maar liest und zeichnet in der Handelsbörse. © Yasmin Al-Iriani

Dann kommt das Publikum mit dem Autor ins Gespräch, und es hat viele Fragen. Warum Maar jetzt Kinderbücher schreibt, statt zu malen, wo er doch Kunst studiert hat, will ein Zuschauer wissen. Antwort: Schreiben sei seine wirkliche Begabung. Er lese und schreibe viel lieber als er male, was er schon während des Studiums entdeckt habe. Und weil seine Begabung als Maler nicht ausreiche, um weltberühmt zu werden. Auf die Frage, welches seiner vielzähligen Bücher er im Falle eines Feuers retten würde, antwortet er: »Kartoffelkäferzeiten«, das als einzige seiner Veröffentlichungen über seine Kindheit in der Nachkriegszeit erzählt.

Und warum diesmal Märchen? Er liebe Märchen, so Maar. Er erzählt von der illustrierten Ausgabe von Grimms Märchen, die ihm über so manche schwere Zeit als Heranwachsender half, denn in Märchen hat alles ein gutes Ende. Schon vor etwa 15 Jahren habe er »In einem tiefen, dunklen Wald« veröffentlicht, das ebenfalls mit Märchenelementen spielt. Als diese Erzählung kürzlich als Theaterstück auf die Bühne kam, brachte das Maar auf die Idee, noch einmal über Märchen zu schreiben.

Entstanden ist eine Sammlung ziemlich schräger Kurzgeschichten und lustiger Gedichte. Darin wimmelt es nur so von Zwergen, Prinzessinnen und sprechenden Gegenständen. So manches Märchen wird hier auf den Kopf gestellt, neue dazuerfunden. Illustriert hat nicht Maar selbst, sondern Pana Dalianis.

Beitragsbild: Coverausschnitt. © Oetinger


Die Veranstaltung: Paul Maar: Schiefe Märchen und schräge Geschichten, Moderation: Ellen Schweda, Alte Handelsbörse, 23.3.2017, 17 Uhr

Das Buch: Paul Maar: Schiefe Märchen und schräge Geschichten, Oetinger, Hamburg 2016, 160 Seiten, Gebunden 13,99 Euro, E-Book 10,99 Euro, Hörbuch MP3-Download 9,99 Euro, Audio-CD 9,99 Euro


 

 

Die Rezensentin: Yasmin Al-Iriani

 


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