MCC – Japans Comickultur trifft auf Leipziger Buchmesse

Manga und Cosplay als stetig wachsender Teil der Messe

Von Niklas Perband

Cosplayer auf der Leipziger Buchmesse. Foto: Sandra Oppermann
Cosplayer auf der Leipziger Buchmesse. Foto: Sandra Oppermann

Die Manga-Comic-Convention, kurz MCC, gehört nun schon seit vielen Jahren zur Buchmesse. In Leipzig wird gezeigt, wie die aus Japan stammende Faszination für die außergewöhnlichen Comics erfolgreich an eine seriöse Buchmesse angegliedert werden kann. Die Leipziger Messe ist anderen europäischen Buchmessen in dieser Hinsicht einen Schritt voraus. Es wurde erkannt, wie groß das Potential des Manga-Genres ist und welche kulturelle Vielfalt dadurch erzeugt wird.

Das Bild der Buchmesse ist längst durch die MCC-Begeisterten geprägt: Die Messehalle 1 ist mit Mangas und Comics gefüllt, die Cosplayer – Fans, die sich als bekannte Mangafiguren kostümieren (siehe Bilder) – lassen sich in großen Scharen auf und abseits des Messegeländes finden. Die MCC – Fans sorgen für Abwechslung in einer Branche, die vor allem von den jüngeren Generationen gelegentlich als verstaubt und unmodern angesehen wird. Seit Ende der 1990er Jahre schwappt die Begeisterung für Mangas, Cosplay, Animes und Allem was dazu gehört, nun auch nach Europa über und nur wenige Jahre später (im Jahr 2001) wurde diese Kultur auch ein Teil der Leipziger Buchmesse. Seit 2014 findet die MCC als separate Veranstaltung statt und stellte im letzten Jahr mit über 30.000 Besuchern immerhin fast 20% aller Buchmessebesucher. Sie ist damit der größte Manga – und Cosplayertreff in ganz Deutschland.

Auch 2015 ist wieder ein ähnlicher Ansturm zu erwarten, denn es wird jedem Fan etwas geboten: Neben einer großen Auswahl an Mangas und Games, ist grade der interaktive Part der MCC sehr beliebt. Berühmte Zeichner aus der ganzen Welt werden vor Ort zeichnen und signieren, ein noch größerer Kreativbereich samt Zeichen – und Bastelworkshops als im Vorjahr wird angeboten und auch die immer beliebteren Cosplay-Wettbewerbe werden wieder stattfinden.

Während die Mangas in vielen Buchhandlungen und Fernsehsendungen gerne in die Sparte der Kinderbücher gedrückt werden, zeigen die Veranstalter der MCC durch ihr breites Angebot, dass man den Bücher damit nicht wirklich gerecht wird. Denn Mangas haben weit mehr zu bieten, als man sich auf den ersten Blick vorstellen kann: Fiktionale Welten werden über Jahre weiterentwickelt und mit so vielen Details und Handlungssträngen ausgebaut, dass sie einen immer realeren Eindruck erwecken. Dabei ist von Kinderliteratur, über Erotik, bis zu tiefgründigen philosophischen Geschichten ein breites Spektrum an Genres vertreten.

Foto: Giulia Heyde
Foto: Giulia Heyde

Auch die bereits genannten Cosplayer sind ein besonderes Merkmal der Leipziger Buchmesse und der MCC und Zeichen für die Vielfalt, die die Manga-Szene mit sich bringt. Um als echter Cosplayer zu gelten, reicht es allerdings nicht, sich zu verkleiden. Auch gute Kenntnisse über die Mangafigur werden vorausgesetzt, sowie eine detailliertere Ausarbeitung des Kostüms. Man muss in der Lage sein, nicht nur den »Cos-« (engl.: costume – verkleiden) , sondern auch den »player-« (deutsch: Spieler) Teil zu erfüllen, d.h. man sollte die dargestelte Figur auch gut imitieren können. Die teilweise exzentrischen und bunten Kostüme der zahlreichen Cosplayer sorgen dafür, dass man sogar in Japan und vielen anderen entfernten Flecken der Erde von der MCC und somit von der Buchmesse in Leipzig gehört (bzw. gesehen) hat. Die verkleideten Fans haben es dabei allerdings nicht immer leicht. »Manchmal ist es schon blöd, wenn man von anderen Messebesuchern schief angeguckt wird. Ich habe nicht das Gefühl, dass alle verstehen, was wir überhaupt auf einer Buchmesse verloren haben« meint Mika C., selbst seit vielen Jahren als Cosplayer auf der Messe unterwegs.

Die MCC bietet für dieses Hobby einfach eine tolle Plattform, auf der Fans sich treffen, austauschen und nebenbei noch Reisen zur »Japan-Expo« in Paris gewinnen können. Dass es allerdings etwas Zeit braucht, bis sich jeder Buchmesse-Besucher an diesen Trend gewöhnt hat, ist ebenfalls nachvollziehbar.

Auch in den kommenden Jahren wird die MCC das Mekka für alle Manga – und Cosplaybegeisterte in Deutschland sein und ihren Teil dazu beitragen, dass die Buchmesse in Leipzig so erfolgreich bleibt. Für alle Besucher ergibt sich die Chance, in eine andere Kultur einzutauchen und das Buch auf eine neue Art und Weise kennenzulernen.

5 Gedanken zu „MCC – Japans Comickultur trifft auf Leipziger Buchmesse

  1. Wow, hätte nicht gedacht, dass dieses Genre auf der Buchmesse so breit aufgestellt ist.
    Leider kann ich nicht zur Messe kommen, aber meine Lust, mal wieder ein Manga zu lesen, ist auf jeden Fall geweckt ;D

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