Maskierte Drachen als Selfie-Hintergrund

Dana Müller-Braun liest aus ihren Büchern »Elya. Der Weiße Drache« und »Königlich Verraten«

Da den Besuchern der Buchmesse Arielle, Yoda und jegliche andere Cosplayer bekannt sind, stört sich bei Dana Müller-Brauns Lesung niemand an den schwarzgekleideten, maskierten Männern, die rechts der Bühne stehen. Zwischen Trubel und Heiterkeit füllt sich auch die Leseinsel 1 zur Lesung der Fantasy-Autorin. Ein kleiner Blick genügt: das Publikum ist hauptsächlich weiblich und die meisten haben die Dreißig noch nicht überschritten. Poster und weitere Dekorationen werden noch verteilt bis die Autorin und eine Vertreterin des Carlsen Verlags auf die Bühne treten.

© Carlsen Verlag

Die Moderatorin stellt kurz den Verlag und die Bücher vor und übergibt dann das Wort an Müller-Braun. Als erstes liest sie ein Kapitel aus dem Buch »Elya. Der Weiße Drache«, in dem ein junges Mädchen mit ihren vermeintlichen Freunden einen Kletterausflug unternimmt, dabei das Bewusstsein verliert, aber viele neue Einsichten über diese Personen gewinnt. Die eigentliche Handlung des Buches wird erst nach der Leseprobe vorgestellt: Elya, ein 18-jähriges Mädchen, findet sich nach dem Umzug nach June Lake mit neuen Freunden und eventuellen Feinden in Geheimnisse verwickelt, die sie als Normalsterbliche nicht verstehen kann. Doch ist sie das wirklich? Schnell muss sie feststellen, dass die Abenteuer- und Märchengeschichten von Drachen nicht erfunden waren, sondern auf den Leben und Erlebnissen echter Drachen basieren. Wesen, menschlich und gleichzeitig weit davon entfernt. Die Protagonistin muss sich durch ihre Ungläubigkeit, Geheimnisse und ihre Gefühle für den mysteriösen Levyn kämpfen, um den Geheimnissen ihres Lebens auf die Spur zu kommen.

© Carlsen Verlag

Auch die Protagonistin aus »Königlich Verraten« muss sich ihren Existenzproblemen stellen. Im ersten Kapitel des zweiten Buches, welches Müller-Braun für die Lesung gewählt hat, befindet sich die junge Agentin Insidia in einem Kerker. Auch bei diesem Buch wird den Zuhörern die Handlung der Geschichte vorerst vorenthalten. Dafür werden die Stimmungsschwankungen der Figur allzu deutlich. Nachdem die Autorin ein erstes Kapitel gelesen hat, erfährt das Publikum auch warum: Insidia ist eine Geheimagentin für eine Organisation mit dem Namen PG und sollte bei einer Partnerschaftswahl das Herzen eines Prinzen gewinnen. Es versteht sich, dass ihr das gelingt, doch bei dem Prozess trägt auch ihr Herz einen Kampf aus, denn der selbstsichere, schamlose Kyle gewinnt. Letztendlich landet sie im Kerker. Doch die Leser werden von der Moderatorin beruhigt: zwei weitere Teile der Serie sind als E-Book zu kaufen, was mehr Herzschmerz, Verwirrung und Abenteuer mit der Protagonistin verspricht.
Nach den beiden Kapiteln aus den Büchern öffnet die Moderatorin die Runde für Fragen. Da vorerst keiner aus dem Publikum den Mut aufbringt, fasst sie kurz in ihren Worten die Lesung zusammen: »Ich höre dir so gerne zu, es hört sich an wie ein Hörbuch.« Und damit hat sie vollkommen recht. Dana Müller-Braun schafft es während des Lesens, die vielen Stimmungsschwankungen von Insidia und auch die Emotionen der Figuren aus dem »Elya« Kapitel dem Zuhörer nahe zu bringen.
Zum Schluss macht die Moderatorin noch auf die schwarzbekleideten, maskierten Männer aufmerksam. Sie stellen Levyn und Myr dar, zwei Drachen aus der »Elya« Reihe, und die Autorin hat sie mitgebracht, damit ihre Leser sich mit ihnen fotografieren lassen können. Eine unerwartete, aber neue Idee, an die sich die Leser und Zuhörer bestimmt noch lange nach der Lesung erinnern können.

Die Moderatorin (links) und Dana Müller-Braun (rechts) bei der Lesung © Pia Krense


Die Veranstaltung: Dana Müller-Braun liest aus Elya. Der Weiße Drache und Königlich Verraten, Leseinsel Phantastik 1 Halle 2, 24.03.19, 11.00 Uhr


Das Buch: Dana Müller-Braun: Elya. Der Weiße Drache. Carlsen Verlag GmbH, November 2018, 427 Seiten, E-Book 3,99 Euro / Königlich Verraten. Carlsen Verlag GmbH, Januar 2018, 298 Seiten, Taschenbuch 12,99 Euro, E-Book 3,99 Euro


Die Rezensentin: Pia Krense

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