Manege frei für Leipzig Liest

In diesem Jahr gesellt sich wieder ein ganz besonderer Veranstaltungsort zu den Austragungsstätten.

von Lena Kastenmeier

clownband1

Etwas abseits gelegen, in der Reiskestraße 14 im Leipziger Osten Reudnitz, ist von außen nicht zu erahnen, welch Schatzkästchen dieser Leseort ist. Betritt man das kleine Museum, so fühlt man sich wie in einer explodierten Konfettikanone: überall Farben, überall Nippes und überall herzige Clownfigürchen, Clownbilder und allerlei Ausstellungsstücke rund um die Spaßmacher mit den roten Nasen.

2007 von Hans-Dieter Hormann alias Dipeto gegründet, betreibt der Verein “Dipetos Welt der Clowns e.V.” das erste deutsche Clown Museum. Über seine Liebe zu Clowns sagt Dipeto:

Schon in frühester Kindheit entdeckte ich die Liebe zu den Clowns. […] Die Fragen: woher kommen die Clowns, warum sind sie so unterschiedlich, beantwortete ich mir durch ein nie endendes ‘Clownstudium’ selbst.”

Für die Verbreitung ihrer Geschichte und um bekannten und unbekannten Clowns eine Plattform zu bieten, setzen sich die Mitglieder des Vereins ehrenamtlich und mit Leib und Seele ein. Deshalb ist das Museum auch schon seit mehreren Jahren eine feste Adresse für Lesungen im Rahmen von Leipzig liest und anderen Veranstaltungen wie clownesken Gastauftritten oder Zaubershows. Auf diesem Wege finden immer mehr Menschen ihren Weg in die Manege und die Welt der Clownerie. Und wer, wenn nicht die Clowns, leben für das Publikum?

dipeto                                              (rechts: Hans-Dieter Hormann alias Dipeto)

Nun fragt man sich zurecht: Welche Art von Lesestoff passt in ein Clownmuseum? Welche Autoren sehen in den hunderten kleinen und großen Clowns die sich hier versammelt haben und zu denen sich zur Buchmesse hoffentlich weitere Interessierte gesellen, ein geeignetes Publikum?

Klar ist: die Location verspricht Unterhaltung! Es sind drei Autoren, die sich in die Manege wagen wollen um ihre Zuhörer, ganz wie die großen Clowns der Geschichte, auf verschiedene Weise zu unterhalten:

  • Thomas Brand wird mit seinem Kurzgeschichtenroman „Dem Dichter sein Richter“ jede Pointe beim Schopfe packen und damit (vielleicht sogar mithilfe einer roten Schaumstoffnase) für Heiterkeit sorgen. Hier kann der geneigte Zuhörer die klassische Clownsdarbietung mit wasserspritzender Blume am Revers erwarten.
  • Bei S. Levin darf man sich wohl eher auf eine Darbietung im Stile ‘verruchte Clownin mit roten Lippen und einem kecken Augenzwinkern‘ freuen. Als „Sexy Satirekost“ kommt das Werk „Sex vor Zwölf“ daher und wird damit möglicherweise einigen der Clowns die Schamesröte in die bemalten Gesichter treiben.
  •  Am spannungsgeladesten dürfte es wohl bei der Lesung von Sonja Reichelt und ihrem Roman ‘Wiederholte Verdächtigungen’ werden. In dem Roman geht es um das Verschwinden eines jungen Mannes und die Aufdeckung seiner familiären Hintergründe. Ein dunkler Abgrund hinter der fröhlichen Maske? Dabei klingeln wohl bei so einigen Clownphobikern die Alarmglocken – immerhin zählt die Coulrophobie, die Angst vor Clowns, laut einer Studie zu den 10 häufigsten Phobien weltweit.

 

clownslesung

Leipzig lauscht im Clownmuseum – Dipeto’s Welt der Clowns e.V. – treten Sie näher und lassen  Sie sich vom Zauber der Manege einnehmen.

 

Wer mehr über das Clownmuseum erfahren will, dem sei das folgende filmische Portrait ans Herz gelegt: Sei kein Clown, sei Du


 

  • Julia Reichelt – Wiederholte Verdächtigungen: Donnerstag, 12. März, 19.00 Uhr
  • S. Levin – Sex vor zwölf: Freitag, 13. März, 19.00 Uhr
  • Thomas Brandt – Dem Dichter sein Richter: Samstag, 14. März,  19.00 Uhr

Das Clownmuseum – Dipeto’s Welt der Clowns e.V. befindet sich in der Reiskestr. 12
in 04317 Leipzig (Tram Linie 4)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.