Leseorte: Das Konfuzius-Institut Leipzig

Zwischen Teezeremonien, Sprachunterricht, und Majiang – Kulturvermittlung mit Hingabe im Leipziger Konfuzius-Institut.

Inmitten von Kücheneinrichtungsgeschäft, Café und Bürgeramt befindet sich im zweiten Stock eines Altbaus in der Otto-Schill-Straße ein kleines Juwel der Kulturvielfalt Leipzigs: Das Konfuzius-Institut. Es eröffnete im Jahr 2008 als Kooperation zwischen dem Nationalen Leitungsgremium für Chinesisch als Fremdsprache, Hanban sowie der Universität Leipzig und steht seitdem für die Vermittlung von chinesischer Sprache, Kultur, Politik und Wirtschaft.

Erklimmt man die charmant-nostalgisch knarrenden Holzstufen des Treppenhauses, erwecken die rot und goldverzierten »Mén tiē« – Aufkleber an den Türrahmen mit chinesischen Versen – die Aufmerksamkeit jedes neuen Besuchers. Wer hier klingelt, muss nie lange warten, bis Einlass gewährt wird. Nach dem Durchschreiten des Flurs befindet sich linker Hand die Institutsbibliothek, die ein Sammelsurium an chinesischen und ausländischen Büchern bietet, welche in dem von Licht durchfluteten Raum mit den bequemen Sofas zum Stöbern einladen. Zwei weitere Räume bieten Platz für die regelmäßigen Chinesischkurse für alle Altersgruppen sowie Teezeremonien, Majiang-Abende, Kalligrafiekurse, Vorträge und Ausstellungen. Neben diesen vielfältigen Projekten unterstützt und leitet das Konfuzius-Institut weitere Veranstaltungen mit China-Bezug, wie beispielsweise als Hauptorganisatoren das »chai. China-Filmfestival« und bietet durch sein offenherziges Flair eine fundamentale Plattform chinesischer Kultur in Leipzig, für China-Experten, Interessierte, oder diejenigen, die eines von beiden werden wollen.

Wu Yimeng, Autorin von »Yaotaos Zeichen« © Zheng Sun

 

»Tiao Tiao – das chinesische Gespenst« © Konfuzius-Institut Frankfurt

Welche Lesungen kann man nun im Rahmen von Leipzig Liest im Konfuzius-Institut erwarten? Eingeläutet wird das Lesefest in den atmosphärischen Räumlichkeiten am 15. März um 19 Uhr mit Jeffrey Yangs Langgedicht »Yennecott«, das amerikanische Kolonialgeschichte poetisch aufbereitet. Auf Englisch liest der US-amerikanische Autor Yang selbst, der Übersetzer und Dichter Dong Li aus China ergänzt dies mit deutschen Worten. Am darauffolgenden Nachmittag wird das Konfuzius-Institut Schauplatz eines Live-Hörspiels mit hochkarätiger Besetzung: Santiago Ziesmer, der mitunter in der deutschen Synchronisation SpongeBob Schwammkopf seine Stimme leiht, sowie Hans-Georg Panczak, bekannt als deutscher Synchronsprecher Luke Skywalkers, führen eine mit Musik und Geräuschen unterlegte Szene aus dem Hörspiel »Tiao Tiao – das chinesische Gespenst« auf. Autor und Regisseur Joachim Ziebe gibt im Anschluss mit den zwei Synchronsprechern einen kleinen Einblick in die Entstehung der Hörspielproduktion. Einen gestalterischen Abschluss bietet der Kreativ-Workshop am 17. März mit Künstlerin und Autorin Wu Yimeng zu ihrem Graphic Novel »Yaotaos Zeichen« für Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren – eine Vorabanmeldung ist aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl notwendig. Anschließend findet die Lesung für Groß und Klein zu »Yaotaos Zeichen« statt.

Mit diesen Veranstaltungen trägt das Konfuzius-Institut auch dieses Jahr wieder maßgeblich zur kulturellen Vielfalt des Leipziger Lesespektakels bei und bietet für Erwachsene sowie für Kinder einen atmosphärischen und unbeschwerten Zugang zur chinesischen Kultur.

Beitragsbild: Ein Einblick in die Räumlichkeiten des Konfuzius-Instituts. © Thomas Rötting


 

Die Adresse:
Konfuzius-Institut Leipzig
Otto-Schill-Straße 1
04109 Leipzig
www.konfuziusinstitut-leipzig.de

 

Veranstaltungen:
Alle Informationen, Zeiten und Hinweise zu den Veranstaltungen sind zu finden unter: http://www.konfuziusinstitut-leipzig.de/veranstaltungen/lesungen/

 



 

Die Rezensentin: Ulrike Klemm

 


 

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