Die feministische Bibliothek MONAliesA

Auch wenn es auf den ersten Blick wie ein typischer Lesungsort wirkt, MONAliesA ist nicht wie andere Bibliotheken

Die feministische Bibliothek MONAliesA kann zu den bedeutendsten Spezialbibliotheken und Archiven der Bereiche Feminismus, Frauen und Gender in Mitteldeutschland gezählt werden. Entstanden ist dieses Pilotprojekt in den Jahren nach der Wende und wurde 1990 durch Susanne Scharff gegründet. Jedoch hatte MONAliesA nicht immer eine reibungslose Geschichte: mehrere Male musste die Bibliothek wegen fehlender Fördermittel der zuständigen Ämter schließen, wurde jedoch jedes Mal nach Protestaktionen wiedereröffnet — das Interesse der Besucher*innen für den Erhalt der Bibliothek scheint groß zu sein. Seit 2014 ist MONAliesA ein Teil des Lotta e.V. und seit 2015, durch die Unterstützung vieler Organisationen und Privatmenschen, im Förderprogramm des Kulturamtes vertreten. Dadurch hängt die Bibliothek nicht mehr größtenteils von ehrenamtlicher Arbeit ab.

MONAliesA ist ein Ort für fachspezifische Bücher und Veröffentlichungen, jedoch wird die Bibliothek stark geprägt von regelmäßigen Veranstaltungen wie Lesungen und Vorträge. Daran beteiligen sich neben Autor*innen auch Leseklubs für verschiedene Altersklassen und unterschiedliche Themengebiete. Der Ort soll zum Austausch zwischen Interessierten aller Altersklassen führen. Ein großer Fokus liegt in der Mädchenarbeit und dem frühen Vermitteln der Ziele der Bibliothek. Das Leitbild der feministischen Bibliothek ist die Auseinandersetzung mit feministischer Theorie und Praxis, sowie die kritische Reflexion der Geschlechterrollen und  -verhältnissen. Sie trägt  zur Bewahrung der Kultur- und Bildungsarbeit von und über Frauen bei und ist dabei national sowie international mit anderen subkulturellen queer-feministischen Institutionen vernetzt. Dieses Netzwerk ermöglicht inhaltlichen Austausch, fachliche Weiterentwicklung und gemeinsame Lobbyarbeit.

Der Bestand der Bibliothek umfasst heute um die 30.000 Medieninhalte — Bücher, Essays, Hörbücher und Spielfilme — und wächst kontinuierlich. Nicht zu vergessen ist das umfangreiche Archiv der Grauen Literatur und zur queer-feministischen Bewegung in Ostdeutschland und speziell der DDR, der Wendezeit sowie feministischer Bewegungen der jüngsten Zeit.

Die feministische Bibliothek nimmt seit einigen Jahren an dem Leipziger Lesefest parallel zur Leipziger Buchmesse teil. Der Fokus der Lesungen und Veranstaltungen liegt dabei natürlich bei den Spezialgebieten der Bibliothek. Seit 1998 ist MONAliesA außerdem Mitveranstalterin des »Leipziger Literarischer Herbst«.

Für 2019 plant MONAliesA neben ihrer regulären Veranstaltungsreihe zwei größere Projekte. Zum einen ein Projekt zur Geschichte der feministischen Bibliothek im Bezug auf die oppositionelle Frauenbewegungen in der DDR und zum anderen Dossiers aus dem Archivmaterial und Interviews über die Auseinandersetzung mit Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung in der Umbruchsphase 89/90 für das Digitale Deutsche Frauenarchiv (DDF).

Was passiert hier während dem Leipziger Lesefest? Sobald das Programm von Leipzig liest feststeht, werden die Veranstaltungen die in der feministischen Bibliothek MONAliesA im Rahmen des Lesefestes stattfinden, auf der Website veröffentlicht. Feminismus und Gender Interessierte finden dort bestimmt eine spannende Lesung.

Die feministische Bibliothek hat jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 15-19 Uhr geöffnet. Standort der feministischen Bibliothek MONAliesA ist das Haus der Demokratie (4. Etage) in der Bernhard-Göring-Straße 152, in der Nähe des Connewitzer Kreuzes. Ausführliche Informationen zu allen Veranstaltungen sind unter https://monaliesa.wordpress.com zu finden.


Die Rezensentin:

 

 

Marla Wiederhold

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