Leises Geplänkel, statt packender Krimi

Wenn der Nachbartisch brennt und der Autor in die zweite Reihe rückt

Von Cornelia Neubauer

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Gruselig, spannend und mysteriös: Die KRIMILounge im Stein bietet spannende Lesungen zu Neuerscheinungen der Krimiwelt. Zur diesjährigen Buchmesse fand die Kriminacht im Stein am Bayrischen Bahnhof statt. Vier Autoren präsentierten am Messedonnerstag ab 20 Uhr ihre Neuerscheinungen. Das rustikal gemütliche Restaurant bot dafür genau die richtige, angenehme Atmosphäre.

Gegen 21 Uhr fand sich die Autorin Alex Berg am Leserpult ein und stellte unter Moderation ihr Buch ,,Tochter der Angst“ vor. Sie selbst sagt, dass ihre größte Motivation zum Schreiben ihre Leidenschaft ist. Genau so aber auch ihre Wut. Und so entstand ihr aktueller Polit-Thriller. Als Leseszene wählte sie den Prolog des Buches. Das Publikum hörte ihr gebannt zu, doch schon nach wenigen Minuten klang das Interesse ab. Langsam machte sich Unruhe im Lokal breit. Das lag zwar nicht nur an der äußerst ermüdenden Prologszene, nein. Auch an dem unorganisierten Personal des Steins. Durch die permanenten Klingeltöne bei fertigen Bestelllungen und das viele Gefrage nach einer neuen Bestellung, kehrte nicht wirklich Ruhe ein. Da half auch der Höhepunkt beim Lesen nichts, als der Protagonist sein Gedächtnis verliert. Am Nachbartisch flammte es kurz auf, ein Mädchen hatte ihre Serviette ausversehen angebrannt. Sie bekam in dem Moment mehr Aufmerksamkeit, als die Autorin selbst. Alex Berg ließ sich nicht beirren, sie bekam von dem Spektakel nichts mit. Die Bühne war zwar zentral platziert, aber durch große Pfeiler verdeckt. Das erschwerte dem ein oder anderen den Blick auf die Bühne.

Berg, mit ihrem sehr monotonen und eintönigen Lesestil, trägt vor, wie der Protagonist im Nirgendwo erwachte und sein Gedächtnis verliert. Kurze Zeit später, beim Fernsehen, erlangte er es plötzlich wieder. Einen wirklichen Einblick über den Inhalt des Buches vermochte Berg nicht zu vermitteln, erst bei den Zwischeninformationen konnte man erahnen, worum es in dem Buch gehen könnte. Der Krimi befasst sich mit den Problematiken der Flüchtlinge aus Nordafrika, mit einem sehr aktuellem Thema also. Hier Spiegelt sich Bergs Schreibantrieb wider, nämlich ihre eigene Wut auf die Thematik. Am Ende kann man sagen, dass die Lesung eher ein leises Geplänkel nebenbei war, als eine spannende und packende Krimilesung.


Zum Buch: Alex Berg; Tochter der Angst; Knaur; 9,99€

Zur Lesung: KRIMILounge; Tochter der Angst, Alex Berg

Stein am Bayrischen Bahnhof; 12.03.2015; 21:00

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