L3 Jubiläum – das Jahr 2009 mit Nils Mohl

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Die Lange Leipziger Lesenacht jährt sich 2015 zum zehnten Mal  – Leipzig Lauscht findet: ein gefundener Anlass zum Gratulieren! Dafür haben wir Schriftsteller aller Jahrgänge auf ihre Lesung zurückblicken lassen. Zehn Satzanfänge rund um ihren Auftritt waren vorgegeben, nun sind wir neugierig, woran sie sich erinnern.

Weiter gehts im Jahr 2009 und dem Autor Nils Mohl:

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10 Dinge, die ich von der L3 gelernt habe:

Davor:

1. Mit meinem Buch…

… „Kasse 53“ habe ich vier Jahre lang das Handwerk gelernt – und dann noch einmal vier Jahre das Warten. Auf einen Verlag.

2. Nachdem ich den letzten Satz geschrieben hatte …

… habe ich gemerkt, dass ich in den ersten Kapiteln noch einmal ordentlich nachbessern muss, und fing wieder von vorne an.

3. Bei meiner ersten Veröffentlichung …

… war ich immerhin schon 36 Jahre alt und hatte die Hoffnung, eine Riesenhürde genommen zu haben. Als Schriftsteller war ich auf dem Buchmarkt angekommen. Was den Buchmarkt allerdings nicht sonderlich verändert oder beeindruckt hat.

Dabei:

 4. Am Tag der Lesung…

… bin ich aus Hamburg angereist. Übernächtigt. Die Tage zuvor hatte ich hauptsächlich auf der Intensivstation bei meiner zweieinhalbjährigen Tochter verbracht.

5. Die Kollegen …

… ,die in größeren Verlagen gelandet waren, hatten deutlich mehr um die Ohren. Ich schloss mich deshalb eine Zeitlang den Tross von Thomas Pletzinger an. Nicht ohne Neid. Die Aufmerksamkeit, die er bekam, und seine Termine hätte ich auch gerne gehabt.

6. Wenn ich mein Buch nochmal schreiben könnte, dann …

… würde heute natürlich nicht mehr das gleiche Buch entstehen. Weil ein anderer Mensch ans Werk gehen würde. Einer mit mehr Erfahrung. Mit anderen schriftstellerischen Interessen. Und es ist ja so: Man könnte dieses Experiment jederzeit antreten, niemand würde einen aufhalten, aber man tut es eben doch nicht. Ich kann, davon abgesehen, mit „Kasse 53“ auch bis heute prima leben.

Danach:

7. Das Publikum …

..war ziemlich müde, erinnere ich mich. Ich habe im letzten Slot gelesen. Und danach ein denkwürdiges Gespräch mit meiner damaligen Agentin geführt. Ich wollte nie wieder vier Jahre Durchhalteparolen hören und tatenlos am Rechner sitzen. Ich wollte nie wieder mit einer Agentur arbeiten. Und ich wollte schnellstmöglich wieder nach Hamburg.

8. Nächstes Mal …

.. war ein Jahr später. Und alles war viel besser. Das neue Buch hieß „Ich wäre tendenziell für ein Happy End“. Danach kam eine Lektorin von einem großen Verlag auf mich zu – und bestellte am Tag drauf quasi einen neuen Roman bei mir.

9. Mit Leipzig verbinde …

… ich auch einen der aufwühlendsten Momente meiner Autorenkarriere. Ich saß im CCL, Saal 3, erste Reihe. Im März 2012 war das: Erst bekam ich das Kranichsteiner Jugendliteraturstipendium – und kurz darauf wurde die Nominierung zum Deutschen Jugendliteraturpreis für „Es war einmal Indianerland“ bekannt gegeben. Großer Tag.

Nils Mohl im Netz

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