Kurz im magischen Irland und wieder zurück

Britta Sabbag liest aus ihrem Buch „Blackwood“ in der Buchhandlung Lehmanns

Wegen des sonnigen Wetters wurde die Lesung auf die Terrasse verlegt und Zuhörer*innen erschienen so zahlreich, dass zusätzlich Sitzmöglichkeiten aufgebaut wurden. Nach einer ansprechenden Einführung erschien die Autorin Britta Sabbag mit einem ansteckenden Lächeln auf den Lippen. Lebhaft erzählte sie, wie sie extra für die Geschichte nach Irland reiste und dadurch viel Wahres aus diesem magischen Land in das Buch einfließen lassen konnte. Die Idee des Buches, in dem die Hauptperson vom zukünftigen Ich Briefe bekommt, entstand aus einem persönlichen Wunsch der Autorin nach solchen Sendungen.

Als während der Lesung die Autorin eine Audioaufnahme des „Blackwood-Radio“ ankündigte, schien es zu technischen Problemen zu kommen. Minuten vergingen, das Publikum fing an, unruhig zu werden, einige standen auf und verließen die Lesung. Auch wenn die Autorin versuchte, ihre Unsicherheit hinter einem Lächeln zu verstecken, konnte man sie ihr ansehen: Immer wieder schaute sie nach hinten zur Technik, aber die wollte nicht mitspielen. Einige Kommentare kamen aus dem Publikum; dass wir die Stelle doch gerne weglassen könnten. Doch die Autorin ließ sich nicht von ihrem Vorhaben abbringen. Eine Menge Zeit verging, immer mehr Leute verließen die Lesung. Eine improvisierte Fragerunde wurde eingeführt. Fragen über Irland sollten gestellt werden. Doch nach zwei Fragen aus dem Publikum schien das leider auch erfolglos. Schließlich entschied sich die Autorin, eine Stelle aus dem Buch vorzulesen. Zunächst machte dies den Patzer wieder gut, denn man fühlte sich ab der Minute, mit der sie anfing zu lesen, als würde man in die Geschichte eintauchen:
Das Buch, welches besonders durch sein Cover auffällt und überzeugt, handelt von einer Teenagerin namens Gesine Nowak. Nach dem Tod ihrer Mutter ist Gesine am Boden zerstört und muss nun von Wien nach Irland zu ihrer Tante Wanda ziehen. Gesine fällt es schwer, sich an das kleine Dörfchen Blackwood und an die Menschen zu gewöhnen. Sie findet niemanden, mit dem sie wirklich vertraut reden kann – auch gegenüber ihrem Schwarm Arian, oder Mimi, die ein eigenes Café besitzt und bei ihren Süßwaren die „irische Marygold“ Butter ganz groß schreibt, kann Gesine sich nicht öffnen. So beschließt sie, sich selbst einen Brief zu schreiben und bemerkt schnell, dass sie Briefe von ihrem zukünftigen Ich zurückbekommt. Welche Fragen Gesine ihrem zukünftigen Ich stellt, welche Antworten sie erhält und ob sie es schafft, Arians Herz zu erobern, wurde in dieser Lesung noch nicht aufgedeckt.
Als die Autorin schließlich abermals von einer Mitarbeiterin unterbrochen wurde, welche berichtete, dass die Anlage wieder funktioniere, waren Atmosphäre und Stimmung für mich dahin, denn es fiel mir nun schwer, den Faden wiederzufinden und erneut in die Geschichte einzutauchen.

Beitragsbild: Britta Sabbag © Shahnaz Seid-Sadri


Die Veranstaltung: Britta Sabbag liest aus Blackwood, Buchhandlung Lehmanns, 23.3.2019, 15.00 Uhr


Das Buch: Britta Sabbag: Blackwood. Bonn 2019, 448 Seiten, 18,99 Euro, E-Book 16,99 Euro


Die Rezensentin: Shahnaz Seid-Sadri


Britta Sabbag während des Vorlesens. © Shahnaz Seid-Sadri
© Verlag FJB.

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