Interview mit Mechthild Gläser

Mechthild Gläser wurde 1986 in Essen geboren, studierte Politik, Geschichte und Wirtschaft und lebt heute im Ruhrgebiet. »Emma, der Faun und das vergessene Buch« ist ihr vierter Roman. »Leipzig lauscht« traf die Autorin zwischen all dem Messetrubel am 25. März 2017 zum Interview.

 

Leipzig lauscht: »Emma, der Faun und das vergessene Buch« ist der vierte Roman, der von Ihnen erscheint. Ist es trotzdem immer wieder etwas Besonderes, wenn das neue Buch dann im Laden steht?

Mechthild Gläser: Natürlich war das erste Buch etwas ganz Besonderes. Trotzdem ist es immer wieder aufregend. Jedes Buch wächst mir während des Schreibprozesses ans Herz und ich bin dann sehr gespannt, wenn es endlich »das Licht der Welt erblickt« und ich die Geschichte aus meinem Kopf mit anderen teilen kann.

© Loewe Verlag
© Loewe Verlag

Der männliche Protagonist Darcy ist am Anfang sehr abweisend zu Emma und legt ihr viele Steine in den Weg. Was macht Ihrer Meinung nach dieses Bad-Boy-Image so interessant? Und welche Charakterzüge sind für eine Protagonistin entscheidend, damit sie bei den Lesern gut ankommt?

Zum einen bringen »Bad Boys« Konflikte, die eine Geschichte spannender machen können. Zum anderen schwingt bei ihnen natürlich immer so ein gewisser Reiz des Verbotenen mit. Bei Protagonisten finde ich es wichtig, dass er oder sie eine Reise erlebt und eine Entwicklung durchmacht, an der man beim Lesen teilhaben kann.

Wieso haben Sie sich für den Schauplatz eines Elite-Internats entschieden? Gibt es eine reale Vorlage für das Schloss Stolzenburg?

Es gibt keine reale Vorlage für Schloss Stolzenburg. Aber das Rheintal hat etwas Phantastisches, Mystisches für mich, weshalb ich es für meinen Roman ausgewählt habe. Die Schule musste außerdem eine lange Tradition haben, damit die Chronik überhaupt bestehen konnte. Da war der Weg zu einem alten Schloss dann nicht mehr weit. Das Internatssetting gefiel mir, weil es ein weitestgehend in sich abgeschlossener Kosmos ist, in dem die Veränderungen, die Emma herbei schreibt, gleich auffallen und Konsequenzen haben.

Wo schreiben Sie am liebsten?

Am liebsten schreibe ich in öffentlichen Bibliotheken, an Orten, an denen die Leute um mich herum auch arbeiten, das motiviert mich. Zuhause gibt es oft Dinge, die mich ablenken. Ich bin jedoch auch keine Café-Schreiberin.

Was lesen Sie privat gerne?

Ich lese Jane Austen sehr gerne, mag aber auch Bücher wie »Harry Potter«. Allgemein stehen eine ganze Menge Fantasyromane und All-Age-Geschichten in meinem Bücherregal. Inzwischen komme ich aber leider gar nicht mehr so viel zum Lesen, wie früher.

Was macht für Sie ein gutes Buch aus?

In einem guten Buch muss man vor allem versinken können. Gelungen finde ich eine Geschichte, wenn ich beim Lesen alles andere um mich herum vergessen kann und am Ende traurig bin, dass es vorbei ist. Das ist für mich gar nicht an ein bestimmtes Genre oder eine bestimmte Handlung gebunden. Ich muss die Verbindung einfach fühlen.

Eine Rezension zur Veranstaltung mit Mechthild Gläser auf der Leipziger Buchmesse 2017 finden Sie hier.

Beitragsbild: Mechthild Gläser am Loewe-Stand. © Elisabeth Kästel


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Die Interviewerin: Elisabeth Kästel

 


 

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