Zu Gast: Sommertipps von Stehlblüten

Das ist der Beginn unserer neuen Serie. Wir haben andere Buchblogger zu einem Beitrag eingeladen. Jeden Monat hat einer oder eine hier einen kleinen Gastauftritt. Danach stellt er oder sie sich den sieben neugierigen Fragen unseres kleinen Interviews. Den Anfang macht Anabelle von Stehlblüten. Das Interview mit ihr könnt ihr morgen lesen.

In wenigen Wochen ist es wieder so weit: Das neue Semester beginnt. Normale Menschen genießen die verbleibenden freien Stunden, kaufen sich schon einmal neue Blöcke und Stifte oder planen den neuen Stundenplan. Vielleicht ist das aber auch nur meine Vorstellung von »normalen« Studenten. Menschen, die wie ich etwas bücherverrückt sind, werden langsam panisch. Denn mit Beginn des Semesters wird die Lesezeit verschwindend gering und es wollen noch so viele Bücher verschlungen werden!

Damit die freie Zeit möglichst effizient und schön genutzt werden kann, habe ich heute drei Lesetipps im Gepäck, die mich in letzter Zeit begleitet haben und die meiner Meinung nach perfekt für die kommenden Sommertage geeignet sind. Kriterium war hierfür nicht, dass sie im Sommer spielen oder sonst in irgendeiner Weise mit dem Sommer zu tun haben, sondern lediglich, dass sie fesseln, glücklich machen und beweisen, dass Lesen eben doch der schönste Zeitvertreib ist.

Jen Wilde: Queens of Geek. Swoon Reads, New York, 288 Seiten 8,99 Euro, E-Book 8,99 Euro

© Swoon Reads

Dieses Buch empfehle ich gerade jedem, der mich nach Tipps fragt. Und allen anderen auch. »Queens of Geek« spielt auf einer amerikanischen Convention und begleitet eine Gruppe von drei Freunden während ihres Aufenthalts dort. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: Auf der einen Seite haben wir Charlie, eine YouTuberin, Schauspielerin und somit einer der Stars der Convention, auf der anderen Seite steht ihre beste Freundin Taylor, Tumblr-Bloggerin und Fangirl durch und durch. Die eigentliche Geschichte wird von zwei Liebesgeschichten begleitet – ich sage begleitet, da diese sich wirklich nicht in den Vordergrund drängen und das Buch auch ohne sie genug Handlung hätte. Es ist modern, divers und dadurch absolut glaubwürdig. Außerdem schafft es Jen Wilde, in ihrem Roman nicht nur die Geek-Kultur passend darzustellen, sondern reflektiert im Zuge dessen noch wichtige Themen, die unsere Generation beschäftigen.

Markus Heitz: Wédora: Staub und Blut. Knaur, München, 608 Seiten, 16,99 Euro, E-Book 14,99 Euro

© Knaur
© Knaur

»Wédora« ist die perfekte Sommerlektüre, obwohl sie nicht gerade für Abkühlung sorgt, denn bei Wédora handelt es sich um eine Wüstenstadt. Der Leser begleitet die beiden Protagonisten Liothan und Tomeija bei ihrer unfreiwilligen Reise mitten in die Wüste und steht an ihrer Seite, wenn sie Intrigen aufdecken und versuchen, zurück in ihre Heimat zu gelangen. Der Roman bleicht durch etliche Kampfszenen und eine Menge Action durchweg spannend und überzeugt – typisch Heitz – durch ein außergewöhnliches Setting und World Building. Es brauchte für mich zwar eine Weile, mich auf das Setting einzulassen, dann jedoch konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es lohnt sich gleich doppelt, »Wédora« noch vor Semesterbeginn zu lesen, der zweite Teil (»Schatten und Tod«) ist nämlich auch gerade erschienen.

Ursula Poznanski: Die Verratenen. Loewe Verlag, Bindlach, 464 Seiten, 9,95 Euro, E-Book 9,99 Euro

© Loewe Verlag
© Loewe Verlag

Dieses Buch empfehle ich stellvertretend für die gesamte »Eleria«-Trilogie. Zugegeben, das ist geschummelt und überschreitet die angekündigten drei Lesetipps, aber es handelt sich hierbei um eine meiner liebsten Trilogien überhaupt. Die Verratenen ist ein Jugend-Thriller mit dystopischem Setting. Wir begleiten die Protagonistin Ria, die abgekapselt von der tödlichen Außenwelt in einer Sphäre lebt und als angesehenes Mitglied der Gesellschaft jegliche Privilegien genießt. Wie das bei Dystopien so der Fall ist, ändert sich diese Lage für Ria natürlich und die Gesellschaft, die sie einst so liebte, wird zur Gefahr, als sie erfährt, dass sie und einige weitere getötet werden sollen. Den Grund dafür kennt sie nicht und so gerät sie in eine Verschwörung mit viel weitreichenderen Folgen als anfangs geahnt. Während der erste Teil stellenweise noch etwas langsam ist, saß ich zu Ende des zweiten Bandes mit Schnappatmung vor dem ausgelesenen Buch. Poznanski ist die Meisterin der ungeahnten Wendungen, lässt ihre Leser stets miträtseln und doch im Dunkeln tappen. Wie die meisten Romane der Autorin ist die Eleria-Trilogie ein absoluter Page-Turner.

Beitragsbild © Stehlblüten (Ausschnitt)

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