Im Westen ´was Neues

Garten Eden: Einblick in einen außergewöhnlichen Leseort während der Buchmesse

von Ella Brand

Garten Eden - Baustelle
Abbröckelnde Tapeten, freiliegende Grundmauern, beschriebene Wände und eine Diskokugel die von der Decke hängt. Was sich hier zunächst wie ein Ort anhört, den man eher meiden möchte, könnte für Helwig Arenz nicht besser sein. Denn genau hier, auf der Baustelle des Hostels „Garten Eden“ im Leipziger Westen, wird er am 14. März seinen Roman „Der böse Nik“ vorstellen.

Der erste Roman des Schauspielers, der nun auch zum Autor avancierte, handelt von dem kleinkriminellen, drogenabhängigen und Möchtegern-Allesbestimmer Nik, der von dem Sozialarbeiter Gabriel aufgelesen und in ein heruntergekommenes Haus gesteckt wird. Dort haust er zusammen mit genauso zwielichtigen Gestalten, fernab jeder menschlichen Vernunft. Ziel Gabriels ist es, die Gruppe durch allerlei handwerkliche Arbeiten wieder in die Gesellschaft zu integrieren.

Der noch nicht renovierte Raum, in dem die Lesung stattfinden wird, bietet eine perfekte Einführung und unterstreicht durch seine kulissenartige Erscheinung ideal die Atmosphäre des Romans. Seit Ende Oktober 2014 wird an der Eröffnung des Hostels gearbeitet, einige Zimmer sind bereits fertig, andere noch in Arbeit. Die Idee für das Hostel selbst kommt von vier jungen Leipzigerinnen, die zusammen mit städtischen Künstlern in vollen Zügen an dem Umbau zum „Wohlfühl-Hostel“ arbeiten. „Wir sind selbst sehr viel in der Welt gereist und wissen was es heißt, in Hostels unterzukommen.“, erzählt Jule, eine der Initiatorinnen. Daher liegt ihnen die individuelle „Wohlfühl-Atmosphäre“, wie auch der paradiesische Name „Garten Eden“ verrät, sehr am Herzen. Das wird nicht nur durch das heimisch anmutende Design der Schlafräume für Familien und Backpacker deutlich. Im Hinterhof entsteht ein riesiger Garten mit Terrasse, der zum Entspannen einlädt.

Mit dem Ausbau des Saals möchten sich die Leipzigerinnen weitere kulturelle Veranstaltungen ins Haus holen. Im Anschluss an die Lesung von Helwig Arenz findet eine Tagebuchlesung unter dem Motto „Nichts als die Wahrheit“ statt. Der Trend dazu kommt aus Hamburg und ist in Leipzig und auf der Buchmesse eine Neuheit. Hier kann jedermann aus seinen alten Tagebucheinträgen vorlesen und sich dabei auf humorvolle Art auch etwas auf die Schippe nehmen.

Die Baustelle des „Garten Eden“ gehört eindeutig zu den skurrilsten und individuellsten Orten und ein Besuch ist damit ein absolutes Muss der diesjährigen Leipziger Buchmesse.

Lesung am 14.03.2015, 19Uhr; „Garten Eden“, Demmeringstraße 57; Eintritt frei

Zum Buch:

Der böse Nik; Helwig Arenz, ars vivendi Verlag; 17,90 €

 

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