»Ihr Blut stockt«

Fehringer und Köpf mit mörderischem neuen Thriller in Leipzig.

Es ist Sonntag auf dem Messegelände und schon am Morgen sind die Hallen gut gefüllt. Kein Platz ist mehr frei, als Andrea Fehringer und Thomas Köpf auf die Bühne des Literaturcafés treten. Sie beginnen die Lesung zu »Die Poesie des Tötens« mit einer kurzen Selbstvorstellung. Journalisten seien sie eigentlich, so Köpf, und Ghostwriter. 36 Bücher haben sie schon zusammen geschrieben, hauptsächlich Sachbücher und Biografien. Nun erschien ihr erster Thriller, basierend auf einer wahren Begebenheit.

Köpf erzählt, dass er gerade mit dem Hund spazieren gehen wollte, als das Telefon klingelte. Der unbekannte Anrufer sagte, er stehe schon vor seinem Büro. Später habe sich herausgestellt, dass es »irgendso ein Irrer aus einer tiroler Sekte« war, meint Köpf amüsiert. Dieser Anrufer diente als Vorlage für den Protagonisten Christopher Kleist, einen unscheinbar aussehenden Serienmörder ohne Skrupel.

Fehringer liest das erste Kapitel: Kleist weckt das Interesse von Max West, dem berühmten Ghostwriter, der ihn in sein Haus lässt. Eine Sensationsstory habe er, einen Weltbestseller. Doch ein Satz ändert alles, der Satz, der die Autoren Köpf und Fehringer dazu verleitet hat, dieses Buch zu schreiben: »Ihr Blut stockt.«

Während Köpf zufrieden lächelnd ins Publikum blickt, versetzt Fehringer das Publikum in Spannung. Ihre tiefe Stimme und die monotone Art des Lesens passen perfekt zur Stimmung des Buches. Jung und Alt sind gleichermaßen in die Lesung versunken. Köpf setzt seine Lesebrille auf, um nach kurzer Pause den Prolog aus dem Buch zu lesen, das Max für den Killer schreiben soll. Er erzählt von seinem ersten Objekt Eins, das ihm sein Gesicht opfern muss. Auch Thomas Köpf zieht es vor, monoton zu lesen, sehr passend, da es sich um eine Betriebsanleitung zum Töten handelt. Es unterstreicht den bedachten und doch präzise handelnden Charakter des Killers Christopher Kleist. Störend sind nur die etwas zu leise eingestellten Mikrofone, die das laute Rauschen im Hintergrund kaum übertönen. Das Personal des Literaturcafés unterhält sich gegen Ende der Lesung auch ein wenig zu laut. Scheinbar haben Fehringer und Köpf die Zeit überschritten, weshalb sie hastig zu einem Ende kommen.

Am Stand des Pro-Talk Verlags sind die beiden dann später zu finden, falls jemand noch Fragen hat. Bei einem so tollen Buch und so sympathischen Autoren ist das auch zu erwarten. »Poesie des Tötens« ist wirklich eine Empfehlung wert und, wer weiß? Vielleicht wartet hinter dem nächsten Anruf ja ein weiterer Thriller …

Beitragbild: Thomas Köpf und Andrea Fehringer lesen aus ihrem Buch. © Dana-Jane Kruse


Die Veranstaltung: Leipzig liest kriminalistisch. Thomas Köpf, Andrea Fehringer »Die Poesie des Tötens«, 26.3.2017, 11 Uhr
Das Buch: Andrea Fehringer und Thomas Köpf: Die Poesie des Tötens. Pro-Talk Verlag, 2016, 256 Seiten, 14,90 Euro, E-Book 6,99 Euro


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Die Rezensentin: Dana-Jane Kruse

 


 

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