Hochspannung mit Cello

Lucas Grimm stellt seinen ersten Thriller vor und lüftet sein Pseudonym.

Lucas Grimm betritt zusammen mit der Schauspielerin Leslie Malton die Lesebühne in der gut besuchten Lehmanns Buchhandlung. Die Leipziger Cellistin Ulrike Strobel hat sich auf halber Treppe positioniert und sorgt für die musikalische Untermalung. Malton beginnt zu lesen. Durch ihre Erfahrung als Schauspielerin und Hörbuch-Sprecherin fesselt sie die Zuhörer mit ihrer angenehmen Stimme. Man taucht schnell in die Welt der beiden Protagonisten ein.

3.© Piper
3. © Piper

Im Thriller Nach dem Schmerz geht es um Hannah Gold, eine begabte Cellistin, die in ihrer Kindheit vor den Augen ihres Vaters gefoltert wurde, um Informationen über die verschwundenen Rosenholz-Dateien aus ihm herauszubekommen. Und es geht um den Journalisten David Berkoff, der schon lange dem Verbleib der Dateien hinterherjagt. Er ist auf der Suche nach einer guten Story, die ihn wieder zurück in die Wahrnehmung der Menschen rufen wird, nachdem er sich immer weiter ins Aus getrunken hatte. Sie dagegen möchte endlich die Wahrheit über ihren Vater erfahren, um die Vergangenheit hinter sich lassen zu können.

Als Hannahs vor Jahren für tot erklärter Vater plötzlich vor ihr steht, bringt das die beiden Protagonisten zusammen. Grimm steigt an dieser Stelle mit ins Lesen ein und übernimmt den Part von David Berkoff. Dadurch entsteht ein lebhafter Dialog, den das Publikum gespannt mitverfolgt. Zu passenden Textstellen spielt die Cellistin und schafft dadurch die Parallele zu Hannah Gold. Trotz der spannenden Handlung herrscht eine gelassene Stimmung in der Buchhandlung. Die trockenen, humorvollen Gedanken Berkoffs sorgen für einige Lacher im Publikum.

Nachdem beide aus mehreren Kapiteln vorgelesen haben, wird tatsächlich das Geheimnis um die wahre Identität des Autors gelüftet, denn Lucas Grimm ist ein Pseudonym. Hinter ihm steckt der Drehbuchautor Uwe Wilhelm, der nun zum Buchautor umgeschwenkt ist. Die Arbeit für Drehbücher sei ihm zu schnelllebig geworden. Nach dem Schmerz ist sein erster Thriller, mit dem er gleich bewiesen hat, dass er sich in der Buchwelt behaupten kann.

Lucas Grimm alias Uwe Wilhelm. © Lina Michaelis
Lucas Grimm alias Uwe Wilhelm. © Lina Michaelis

Die anschließende Fragerunde beginnt zaghaft, doch nach und nach heben sich immer mehr Hände aus dem Publikum. Der frischgebackene Autor beantwortet lachend die schwierigen Fragen einer Dame aus den ersten Reihen mit »Ich bin doofer als sie denken« und zieht damit weiter die Gunst des Publikums auf seine Seite. Warum ist die Hauptfigur ausgerechnet eine Cellistin, will jemand wissen. Grimm alias Wilhelm sagt, es sei so ein erotisches Instrument und deutet auf Ulrike Strobel, denn »sie nehmen es eben zwischen ihre Beine«. Eine so lockere Lesung lässt schon Vorfreude auf den nächsten geplanten Thriller mit David Berkoff aufkommen. Dieser liege schon beim Piper Verlag auf dem Tisch.

Beitragsbild: Lucas Grimm alias Uwe Wilhelm (links), Leslie Malton (Mitte) und Ulrike Strobel (rechts). © Lina Michaelis


Die Veranstaltung: Lucas Grimm liest aus Nach dem Schmerz. Lehmanns Buchhandlung, 23.3.2017, 20.15 Uhr

Das Buch: Lucas Grimm: Nach dem Schmerz. Piper, München 2017, 320 Seiten, 16,99 Euro, E-Book 14,99 Euro


 

 

Die Rezensentin: Lina Michaelis

 


 

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