Heldin sein, Tag für Tag

Eine Lesung mit Sabine Raml aus ihrem Buch „Heldentage. Do what you love!“ 

Von Veronika Unterholzner

Ein Held ist jemand, der großen Mut beweist. Mut, gegen das Böse in der Welt anzukämpfen; Mut, die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen und Mut, für sich und seine Mitmenschen das Leben zu erleichtern. Lea, die junge Protagonistin des Buchs „Heldentage. Do what you love!“ von Sabine Raml, wünscht sich sehnlichst einen solchen Helden in ihrem Leben und bemerkt dabei nicht, dass sie sich selbst in einen verwandelt, jeden Tag ein kleines Stückchen mehr.
Im Rahmen von „Leipzig liest“ fand am Donnerstag, den 12. März, eine Lesung mit Sabine Raml in der Bibliothek Paunsdorf statt. Eine echte Premiere erlebte die 8. Klasse einer Realschule, als die Autorin ihr Buch „Heldentage. Do what you love!“ zum ersten Mal in gebundener Form vorstellte. In einem kleinen, warmen Raum konnte Sabine Raml das Interesse der Schüler, die sich zunächst eher auf ihre Smartphones konzentrierten, dennoch für sich gewinnen, indem sie die Protagonistin Lea als ein Mädchen im selben Alter wie die Zuhörer vorstellte – mit denselben Problemen und Ängsten.

Heldentage von Sabine RamlLea ist 15 dreiviertel und fiebert dem Volljährig sein entgegen, denn dann könnte sie sich endlich befreien von allen Problemen in ihrem Leben. Sie könnte fliehen vor ihrer alkoholkranken Mutter, die in ihrem Trinken versinkt und sich nicht um Lea kümmert. Sie könnte ihren Vater auf Ibiza besuchen, der ihr von dort Postkarten mit tollen Stränden schickt. Und sie könnte endlich ihre erste Liebe Lenny vergessen, der sie verlassen hat und jetzt eine andere küsst. Bei ihrer besten Freundin Pola und in ihrer Clique findet Lea Halt, doch einen echten Held, der sie aus diesem Leben befreit, bräuchte es trotzdem. Lea bemerkt gar nicht, dass sie ihr Leben jeden Tag heldenhaft meistert, bis ein Gewitter aufzieht, das alle Figuren des Buchs verändert.

Die Autorin las mit dunkler, etwas monotoner Stimme aus einem der Anfangskapitel ihres Buchs. Auf die Frage, ob sie mit einem Kapitel am Ende fortfahren solle, antworteten die Zuhörer zustimmend, bis auf einen Jungen, der laut nein sagte. Kurze Schrecksekunde für die Autorin. Sie reagierte, indem sie ihn bat weiterzulesen, aber dazu fehlte ihm, anders als der Protagonistin Lea, dann doch der Mut.
Sabine Raml erzählte in der Fragerunde von ihrer eigenen schweren Jugend und von ihren pinken Nike Turnschuhen, welche im Buch auch Lea besitzt. Sie berichtete den Zuhörern von ihren Zweifeln, ob das, was sie schreibe, auch gut sei und dann von ihrem Erfolg mit dem noch unveröffentlichten Manuskript von „Heldentage“, mit dem sie 2013 den Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg gewann. Sabine Raml ist eine mutige Frau, die mit ihrem Jugendroman echte Probleme schildert, aber das frech und mit Witz.


Zum Buch: Sabine Raml: Heldentage. Do what you love; Heyne fliegt; 14,99 €

 Zur Lesung: Sabine Raml; Bibliothek Paunsdorf; 12.03.2015; 10:00 Uhr

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