Götterzahlen der Maya entschlüsseln

Eine Präsentation mit Mario Krygier, Autor von »Die Anatomie des Maya-Kalenders«.

Auf dem Bildschirm läuft die Aufnahme eines Interviews mit Mario Krygier und Jens Rohark, beide Hobbyerforscher der Mayakultur. Hinter den beiden erkennt man die Ruinen der Mayastadt in Cancún in Mexiko. Mit diesem Videoeinstieg veranschaulicht der Autor Mario Krygier dem Messepublikum sein Lieblingsthema, die Kultur der Maya. Gemeinsam mit Jens Rohark unternimmt er in seiner Freizeit Expeditionen zu den Mayastädten. Viele der Ruinen sind tief im Dschungel versteckt und – ohne Autobahnanbindung. Der Autor merkt stolz an, dass die Kilometerzahl seiner letzten Expeditionen locker für eine Reise rund um die Erde reichen würde.

Filippenko_Krygier_coverDer ausgebildete Informatiker und Lehrer für Naturwissenschaften unternimmt diese Ausflüge, um antike Maya-Inschriften zu entdecken und zu entziffern. Besonders interessant findet er die zum Teil beschädigten Kunstwerke mit Götterzahlen, die Archäologen bisher nur betrachten, aber nicht entziffern konnten. Hierfür wenden Krygier und Rohark ein Rechenverfahren an, um dieses Rätsel zu lösen und diese Kenntnislücke in der Maya-Kultur zu schließen.

Diese Methode erklärt Krygier Schritt für Schritt und mit einfachen Worten in seinem Buch »Die Anatomie des Maya-Kalenders«, das er gemeinsam mit Mario Rohark geschrieben hat. Damit sollen alle an dieser alten Kultur Interessierten auch ohne eine spezielle Ausbildung die Mayazahlen entschlüsseln können. Das Buch besteht aus Material für Vorträge und Seminare, das die Autoren in einer Dialog-Form dargestellt mit unterhaltsamen Kommentaren versehen haben. Um das Maya-Rechensystem anschaulich zu präsentieren, fügte Rohark Illustrationen und selbstangefertigte Zeichnungen von Götterzahlen hinzu. Außerdem gibt es Rechenaufgaben zum jedem Kapitel. Bei der praktischen Entzifferung, also beim Übertragen der Mayazahlen in gewöhnlichen Zahlen, hilft das von Krygier entwickelte Computerprogramm »Faszination 2012«.

Während der Präsentation auf der Buchmesse erklärte Krygier einige Zeichnungen von Götterzahlen. Danach hatten die Zuhörer die Möglichkeit, selbst eine Maya-Inschrift zu entziffern. Dazu nutzte der Autor kurzerhand das Hieroglyphen-Bild auf seinem T-Shirt und löste so elegant einige technische Probleme mit Ton und Bild der Präsentation. Auf den Wunsch des Publikums hin versprach Krygier, das Video zum Autoreninterview in Cancún auf seiner Internetseite www.faszination2012.de zu veröffentlichen.

Falls man gleich hier in Deutschland Hieroglyphen der Maya entziffern wolle, empfiehlt der Autor, mit dem berühmten Maya-Codex anzufangen, der in der Stadt- und Landesbibliothek Dresden ausgestellt ist. Einige Beispiele aus diesem Codex untersucht Krygier in seinem Buch. Tritt der Leser dann in die Fußstapfen und führt die Forschung zu den Maya-Inschriften selbst weiter, findet er dann vielleicht auch das richtige Datum für den Weltuntergang. Dann kann man es sich rechtzeitig im Terminkalender eintragen.

Beitragsbild: Mario Krygier (links) und Jens Rohark (rechts) in der Mayastadt Palenque (Mexiko). © Mario Krygier


Die Veranstaltung: Die Anatomie des Maya-Kalenders, Buchmesse, Literaturforum Halle 4, 26.3.2017, 10.30 Uhr

Das Buch: Mario Krygier/Jens Rohark: Die Anatomie des Maya-Kalenders. Hein-Verlag, Ostrau 2017, 317 Seiten, 18,00 Euro


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Die Rezensentin: Nina Filippenko

 


 

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