Es hat nicht gefunkt

Rezension zu Marah Woolfs »Götterfunke. Liebe mich nicht«.

Leere, Stille, Einsamkeit, wenn man am Freitagmittag die Bibliothek in Leipzig-Wiederitzsch betrat. Ein Blick in den gähnend leeren Raum genügte, um festzustellen, dass Marah Woolfs Lesung ausfiel. Die kleine Fangemeinde mit der großen Begeisterung für Woolfs ersten Band der Trilogie »Götterfunke. Liebe mich nicht« verließ den Ort mit hängenden Köpfen. Mit einem mantra-artigen »Schade« verliehen sie ihrer Enttäuschung Ausdruck.

Marah Woolf. © Rene Brandes
Marah Woolf. © Rene Brandes

Marah Woolf gehört mit bereits über einer Million verkauften E-Books, Hörbüchern und Taschenbüchern zu den bekanntesten und beliebtesten Selfpublishing-Autoren Deutschlands. Mit dem ersten Band ihrer Romance-Fantasy-Reihe »Götterfunke. Liebe mich nicht« nahm sie ein neues Projekt in Angriff, das sich der griechischen Mythologie bedient. In diesem Jugendbuch erzählt sie von Jess, die einen Sommer im Feriencamp verbringt. Ausgerechnet an diesem so stillen Ort trifft sie auf den Göttersohn Cayden. Fest der Überzeugung, sich nicht zu verlieben, verfällt sie ihm direkt bei ihrer ersten Begegnung. Doch ist es überhaupt möglich, einem Gott zu widerstehen?

Diese Frage steht im Mittelpunkt des Buches und treibt das Geschehen voran. Nur langsam deckt Jess Caydens göttliches Erbe auf. Leider verrät die Inhaltsangabe zu viel von der Handlung und nimmt die Spannung. Es fällt an einigen Stellen schwer, mit Jess mitzufiebern, da der Leser nach Lektüre des Klappentextes bereits weiß, welches Geheimnis Cayden umgibt.

© Stella Zittel/Dressler
© Stella Zittel/Dressler

Cayden nimmt die typische Rolle des Frauenschwarms ein, der bei jedem Auftritt angehimmelt wird. Jess schwärmt nahezu jede Sekunde von ihm. Diese Verliebtheit zieht sich über jede Seite und macht die Handlung zäh. Selbst die Charakterzüge von Jess können das nicht auffangen, sie bleiben einseitig und wenig tiefgründig. Sobald Cayden auftritt, verfällt sie wieder in ihre oberflächliche Schwärmerei, die sie allein an seinem Aussehen festmacht. Vollkommen fasziniert von ihm fehlt ihr ihm gegenüber Charakterstärke und jegliches Durchsetzungsvermögen.

Trotz der Bemühungen, die Charaktere ins Herz zu schließen, sprühten beim Lesen keine Funken.

Beitragsbild: Coverausschnitt. © Stella Zittel/Dressler


Die Veranstaltung: Ausgefallen: Marah Woolf: Götterfunke – Liebe mich nicht, Bibliothek Wiederitzsch, 24.3. 2017, 12 Uhr

Das Buch: Marah Woolf: Götterfunke. Liebe mich nicht. Dressler Verlag, Hamburg 2017, 463 Seiten, 18,99 Euro


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Die Rezensentin: Stella Zittel

 


 

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