Einmal Asgard und zurück

Liza Grimm entführt uns über den Bifröst in ihre Welt der nordischen Mythologie.

© Droemer Knaur

Es ist Buchmesse-Samstag, der vollste Tag und das merkt man auch. Die Leseinsel Fantasy ist rappelvoll und scheint sich auch nicht so recht leeren zu wollen. Gerade eben hat der irische Bestsellerautor Derek Landy die Bühne verlassen und nun nimmt auf dem gleichen Sessel die deutsche Jungautorin Liza Grimm Platz. Sie ist aufgeregt, nicht nur, weil sie gleich vor einem so großen Publikum aus ihrem neusten Werk lesen wird, sondern weil sie auch ein riesen Fan von Derek Landy ist und es nicht fassen kann, dass er gerade eben noch hier saß.

»Die Götter von Asgard« ist ihr Erstlingswerk, zumindest unter dem Pseudonym Liza Grimm, denn einige andere Bücher hat sie bereits unter ihrem bürgerlichen Namen, Jennifer Jäger, veröffentlicht. Grimm hat sie ausgewählt, weil es der Nachname ihrer Großmutter ist und weil sie das Buch ihren Großeltern gewidmet hat. Außerdem war sie lange der Annahme, sie würde tatsächlich von den Gebrüdern Grimm abstammen – das hatte zumindest immer ihr Urgroßvater scherzhaft behauptet. Und weil dieser ihr auch immer Märchen vorgelesen hat, ist dieses Werk auch nichts anderes – ein Märchen für Erwachsene.

Der Roman handelt von der Studentin Ray, die eines Tages mit einer uralten Prophezeiung konfrontiert wird. Die Götter Asgards wollen ihren Tod, denn sie ist die Auserwählte und nur die Walküre Kára, die sie eben erst kennengelernt hat, kann sie vor Odin und den anderen beschützen. Prophezeiung? Asgard? Odin? Für Ray fühlt es sich so an, als wäre sie in einem waschechten Marvel-Film gelandet und glaubt kein Wort von dem, was Kára sagt. Als sie dann aber noch plötzlich auf Loki trifft und mit ihm in Asgard landet, weiß sie, dass all die Geschichten der nordischen Mythologie wahr sind.

Liza Grimm. © Facebook Liza Grimm

Grimm versteht es mit ihrer äußerst sympathischen Art sofort eine Bindung zu ihrem Publikum aufzubauen und dieses zu begeistern. Sie ist Feuer und Flamme – für ihr Werk und für die Figuren darin, das spürt man. Die Zuhörer bekommen nicht nur einen Einblick in ihr Buch, sondern dürfen in einer kurzen Fragerunde auch ein paar persönliche Sachen von der Autorin erfahren. Neben ihrer Lieblingsszene im Buch – der, in der Ray das erste Mal nach Asgard kommt – verrät sie auch, was auf die Leser noch zukommen wird, denn die Geschichte hat ein offenes Ende.

»Es wird keine Fortsetzung geben, aber ein Prequel, in dem Kára in die Hauptrolle schlüpfen darf«, erzählt sie. Kára ist allgemein eine ihre Lieblingsfiguren, wohingegen sie Thor überhaupt nicht leiden kann. »Er ist ein Proll und ich bin sowieso mehr der Iron-Man-Fan«, verkündet sie mit einem Lachen. Thor hat sie aber auch genau mit dieser Anti-Einstellung geschrieben, alles andere kommt bei ihr eher aus dem Bauch. Sie hat am Anfang zwar grundlegende Ideen, wie ihr Buch beginnen und enden soll, aber im Endeffekt kommt es dann eh alles anders, als man denkt.

Beitragsbild: Liza Grimm stellt ihren Roman »Die Götter von Asgard« vor. © Sarah Kruschner


Die Veranstaltung: Liza Grimm liest aus Die Götter von Asgard, Leseinsel Fantasy, Messegelände Halle 2, 17.3.2018, 13 Uhr

Das Buch: Liza Grimm: Die Götter von Asgard. Knaur, München 2018, 304 Seiten, 12,99 Euro, E-Book 10,99 Euro


 

 

Die Rezensentin: Sarah Kruschner

 


 

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