Eine besondere Aufgabe

Kerstin Libuschewski organisiert die Manga-Comic-Convention

 

Bereits zum zweiten Mal öffnet die „Manga-Comic-Convention“ ihre Tore für die Fans von Manga, Anime und Comic. Als Teil der „Leipziger Buchmesse“ präsentiert sie dem Publikum eine besonders bunte und faszinierende Welt dieser Genres. Doch wer steckt eigentlich hinter der Organisation eines solchen Events?

Kerstin Libuschewski ist seit neun Jahren ein Teil der Leipziger Buchmesse. Ihr Zuständigkeitsbereich umfasst sowohl Belletristik/Sachbuch als auch Kinder- und Jugendbuch und Fantasy. Weiterhin kümmert sie sich um das Bildungsprogramm Fokus Bildung und natürlich auch um die Manga-Comic-Convention (Abk.: MCC).

Für Leipzig Lauscht nahm sie sich die Zeit, um einige Fragen zu beantworten und somit einen Blick hinter die Kulissen der MCC zu ermöglichen.

von Giulia Heyde

 

Sehr geehrte Frau Libuschewski, Sie sind u. a. zuständig für die Bereiche Fantasy, Kinder-und Jugendbuch, Bildungsmedien und auch für die Manga-Comic-Convention. Sind dies Themengebiete, die Ihnen besonders am Herzen liegen?

Es ist aus meiner Sicht die Vielzahl der Messebereiche insgesamt, die die Messe spannend machen und letztendlich für jeden Besucher Interessantes und Neues bieten. Natürlich liegen mir „meine“ Messebereiche besonders am Herzen: Ich kenne viele Aussteller persönlich. Sie kommen oft schon seit vielen Jahren zu uns. Ich freue mich dann darauf, was sie dieses Mal auf der Messe zeigen werden, welche Autoren, Zeichner und Referenten sie dabei haben werden. Es ist immer ein tolles Wiedersehen in Leipzig!

Wie lange kümmern Sie sich schon um den Bereich Manga und wie sind Sie zu diesem speziellen Genre gekommen?

Ich arbeite seit Sommer 2005 im Team der Leipziger Buchmesse. Der Comic/Manga-Bereich befand sich damals bis einschließlich 2013 in der Halle 2, war stark mit dem Messebereich für Kinder- und Jugendliteratur verknüpft und lag damit in meiner Verantwortung. Inzwischen hat sich der Messebereich so toll entwickelt, dass er eine eigene Halle bekommen hat.

Jedes Jahr versammeln sich zahlreiche Verlage, die sich ganz dem Manga/Comic gewidmet haben. Wie sieht Ihre Zusammenarbeit mit Carlsen & Co. aus? Meistens sind auch einige Mangakas vor Ort. Wer legt die Teilnahme von den Künstlern fest?

Wir arbeiten eng mit den Verlagen, Herstellern und Händlern der MCC zusammen. Wir tauschen uns regelmäßig mit ihnen, wie mit allen Ausstellern auch, zu aktuellen Marktentwicklungen und zu deren Bedürfnissen aus und versuchen, die passende Lösung anzubieten. Welche Künstler letztendlich eingeladen werden, entscheiden die Partner selbst. Oft erscheint ein aktueller Comic/Manga, so dass die MCC von den Verlagen und Ausstellern als Plattform für diese Neuerscheinung genutzt wird.

Neben Manga und Comics gibt es zahlreiche andere Angebote, die auf der MCC anzutreffen sind: Merchandising, Stände zur japanischen Kultur, den Kreativmarkt, das Maid-Café, die verschiedensten Workshops usw.
Woher bekommen Sie die Ideen für eine solch breite Auswahl und wie wählen Sie verschiedene Stände aus, die schließlich auf der MCC zu finden sind?

Ideengeber sind die Aussteller und natürlich auch die Besucher, die uns gezielt fragen, ob wir nicht mal dies oder jenes organisieren können. Wir sind in sozialen Netzwerken unterwegs, in denen wir uns regelmäßig das Feedback von den Besuchern einholen. Auch der Blick über den Tellerrand ist natürlich stets notwendig, um spannende neue Ideen zu fangen und umzusetzen.

Anfang der 2000er erschienen die ersten Cosplayer auf der Leipziger Buchmesse. Wie reagierte das Messeteam damals auf die „bunten Leute“? Hatten Sie damals geahnt, welche Ausmaße diese Szene einmal erreichen würde?

Wir haben uns darüber gefreut! Es hat uns gezeigt, dass wir als Treffpunkt für die Manga- und Cosplayfans angenommen wurden. Die Ausmaße sind natürlich mit den aktuellen Dimensionen nicht zu vergleichen, denn der Mangamarkt insgesamt und insbesondere auf der Leipziger Buchmesse ist seitdem ja unheimlich gewachsen, und damit natürlich auch die Fan- und Cosplay-Community.

Haben Sie oder das Messeteam schon einmal negative Erfahrungen mit den Cosplayern/Fans der Manga- Szene gemacht?

Eigentlich nicht. Wir bewundern die Kreativität und das gestalterische und schauspielerische Geschick der Cosplayer und die Mühe, die sie in ihr Kostüm stecken. Wir haben für Cosplayer einige Hinweise zur Kostümgestaltung zusammengefasst, damit Besucher aus allen Generationen und Interessensgruppen die Buchmesse entspannt besuchen können. Da gibt es manchmal kritische Nachfragen, warum bestimmte Regeln unbedingt eingehalten werden müssen. Die allermeisten Cosplayer sind aber sehr verständig und gehen in ihrer Kostümgestaltung auf die besondere Publikumssituation der Leipziger Buchmesse ein.

Inwiefern prägen die Cosplayer die Leipziger Buchmesse? Hat Sie persönlich schon öfters Kritik von anderen Besuchern erreicht, die sich speziell über die Cosplayer beschwerten?

Die Cosplayer prägen ganz stark optisch das Bild der Leipziger Buchmesse. In den Anfangsjahren hat es einige Zeit und Aufklärungsarbeit gekostet, um Ausstellern und Besuchern dieses Phänomen zu erklären. Jetzt wissen die Leute, was ‚Cosplay‘ bedeutet und gehen mit ihrer Kamera selbst auf die Jagd nach den schönsten Cosplayfotos.

Zu guter Letzt: Gibt es etwas, das Sie den Besuchern der MCC und besonders den Cosplayern gerne einmal sagen möchten?

Wir hoffen, dass wir euch gemeinsam mit den Ausstellern und Partnern der MCC auch im zweiten Jahr eine tolle Halle und ein spannendes Programm zusammenstellen konnten. Wir wünschen allen einen schönen Messebesuch und freuen uns auf das Feedback der Besucher!

 

 

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