Die Leere ist nicht leer

Robert Corvus liest aus seinem Science-Fiction-Roman »Feuer der Leere«.

Deutsche Pünktlichkeit wird heute anscheinend großgeschrieben. Bereits einige Minuten vor Beginn der Lesung findet sich der Autor Robert Corvus auf der Leseinsel Fantasy ein, um seinen neuesten Roman »Feuer der Leere« zu präsentieren. Da sich die Reihen nach und nach füllen, nutzt er die Zeit, um noch ein paar potenzielle Zuhörer mehr zur Leseinsel zu locken, die sich von ihm in die Leere des Weltalls entführen zu lassen wollen. Nur die Moderation wird schmerzlich vermisst; dieses Jahr sind ein paar Dinge anders auf der Leseinsel Fantasy. Aber: Selbst ist der Autor, also kündigt er sich selbst an.

© Piper
© Piper

In Corvus’ Roman reisen die Reste der Menschheit der Erde mit Raumschiffen durch das All. Die ehrfurchtgebietende Leere, die dort herrscht, hat eine eigene Religion hervorgebracht, deren Anhänger sich in Demut vor der Gewaltigkeit des Nichts im Weltall üben. Auch wenn die Atome unseres Körpers zu großen Teilen aus Nichts bestehen, kann man von Leere auf der Leseinsel an diesem Messefreitag nicht reden. Sicher sind viele dabei, die vor allem wegen der anschließenden Lesung Kai Meyers anwesend sind, aber wenn sie die Ohren aufsperren, werden sie einiges darüber erfahren, wie es ist, im Weltall zu sterben.

Denn genau so eine Szene hat uns Robert Corvus mitgebracht. Mit ruhiger, fast schon etwas zu ruhiger Stimme trägt er das Erlebnis eines seiner Protagonisten vor: wie dieser sich in einer Luftschleuse des Raumschiffs der Leere des Weltalls stellt. Ohne Raumanzug versteht sich. Es ist eine der faszinierendsten Stellen im Buch, die umso spannender wird, da Corvus im Vorfeld gut recherchiert hat und dem Leser dieses besondere Ereignis detailliert präsentieren kann. Trotz der Hektik und des Kommens und Gehens am Rande der Leseinsel verweilen immer mehr Menschen, sichtlich gebannt von den Worten des Autors.

Im Anschluss signiert Corvus für einige Fans, die auch gern mit dem Autor ins Gespräch komen. Es bleibt die Erkenntnis, auf der Lesung eines empfehlenswerten Buches gewesen zu sein, und die Einsicht, dass die Leere eben doch nicht gänzlich leer ist.

Beitragsbild: Robert Corvus auf der Leseinsel Fantasy. © Maria Schönberg


Die Veranstaltung: Robert Corvus liest aus Feuer der Leere, Moderation: Robert Corvus, Messegelände, Leseinsel Fantasy, 24.3.2017, 11.30 Uhr

Das Buch: Robert Corvus: Feuer der Leere. Piper, München 2017, 495 Seiten, 16,99 Euro, E-Book 12,99 Euro


 

 

Die Rezensentin: Maria Schönberg

 


 

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