Bitte lasst mich schlummern!

Lutz Kreutzer, Verlagsautor und Selfpublisher, liest auf der Leipziger Buchmesse aus seinem Buch »Eiskalter Schlummer: Das Verlies«.

Für das Buch von Lutz Kreutzer »Eiskalter Schlummer: Das Verlies« und den zweiten Teil »Eiskalter Schlummer: Die Rache« gibt es eine eigene Website. Diese wird auf eine Leinwand links neben den Autor projiziert. Das bleibt das einzig Spannende bei dieser Lesung. Einige der Zuschauer sitzen mit Brotbüchsen auf dem Schoß und scheinen seine Lesung als Frühstückspause zu nutzen. Andere sitzen mit leeren Gesichtern und Block auf den Stühlen und starren ins Nichts.

Lutz Kreutzer © Dana Haufschild

Kreutzer startet mit dem Hinweis, dass sein Krimi auf wahren Begebenheiten beruhe. Zu Zeiten der Sowjetunion seien die »Diebe im Gesetz«, Organisationen aus russischen Schwerkriminellen, entstanden. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs seien sie Richtung Westen, vor allem nach Deutschland, aufgebrochen und setzten sich dort fest. Der genaue Fall, auf den sich Kreutzer bezieht, geschah in München. Dort sei ein Verlies entdeckt worden, in dem osteuropäische Frauen festgehalten und gefügig gemacht wurden. Später wurden sie zu Prostitution und Drogenhandel gezwungen. In Kreutzers Buch müssen Hauptkommissar Benno Völz und sein Kollege einen Mord aufklären, während drei Frauen in einem Keller erwachen.

Bevor der Autor zu lesen beginnt, stellt er die fünf Hauptpersonen seines Romans vor: Igor Köbel möchte bei den »Dieben im Gesetz« aufsteigen und Hauptkommissar Benno Völz und sein Partner Kowalski versuchen einen Fall zu lösen. Hinzu kommt Ivana, die in einem Keller erwacht und die Polizeischülerin Mitzi Gruber. Als Lutz Kreutzer jedoch zu lesen beginnt, addieren sich zu dieser Menge an Namen noch viele weitere. So spricht Igor mit einem Sergej, Völz und Kowalski unterhalten sich mit einem Polizeiarzt und Ivana sucht nach zwei weiteren Frauen, trifft aber auf zwei Männer. Und alle werden namentlich erwähnt. Das Abdriften beginnt.

Während die vorgelesene Passage von spannenden Momenten und Tabuthemen nur so durchzogen ist, bleibt die Stimme des Autors weitgehend monoton. Er spricht von einer Misshandlung und sogar Vergewaltigung. Doch die Stimmung erinnert an das Vorlesen einer Gute-Nacht-Geschichte. Er wird weder schneller, noch lauter, während er vorliest, wie Ivana geschlagen und sich an ihr vergangen wird. Und so bleibt das einzig Abwechslungsreiche, andere Leute auf der Messe zu beobachten oder in Gedanken zu versinken. Einige Zuschauer gehen. Als die halbe Stunde endlich vorbei ist, bedankt sich Kreutzer und fügt hinzu, dass es solche grausamen Sachen in unserer Welt eben gebe. Da hat er recht, auf der Buchmesse gibt es manchmal auch langweilige Lesungen.

Beitragsbild: Lutz Kreutzer © Dana Haufschild


Die Veranstaltung: Lutz Kreutzer liest aus Eiskalter Schlummer: Das Verlies, Leseinsel Autorengemeinschaftspräsentation, 16.3.2018, 10.30 Uhr

Das Buch: Lutz Kreutzer: Eiskalter Schlummer: Das Verlies. Books on Demand, Norderstedt 2017, 368 Seiten, 13,99 Euro, E-Book 0,99 Euro


 

 

Die Rezensentin: Dana Haufschild

 


 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.