Bewaffnet mit Mikrophon, Kamera und Gedichtband gegen den Krieg

Lesung des Hörbuchs „Schwarze Ängste“

Von Philipp Niese

hoerbuch-schwarze-Aengste-Cover

Die Gesellschaft für Zeitgenössische Lyrik e.V. lud am am Buchmesse-Freitag in das Lichtspielhaus UT Connewitz ein, um ihr Hörbuch „Schwarze Ängste – Neue Gedichte gegen den Krieg“ vorzustellen. Bereits zur Buchmesse 2014 präsentierten die Veranstalter ihr Werk und haben dieses Jahr erneut die Vorleser Axel Thielmann und Maja Gille, mit musikalischer Unterstützung der „Lyrischen Saiten“ auf die Bühne geholt. Die 59 Gedichte verschiedener Autoren befassen sich mit dem Thema Krieg, mitsamt der Ursachen und Auswirkungen. Nach der Lesung folgte die Vorführung der Gewinner der Gedichtfilm-Wettbewerbe zu „Schwarze Ängste“ 2014 und „Worte sind Boote“ 2013 des Vereins.

Ralph Grüneberger, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft für Zeitgenössische Lyrik e. V., moderiert die Veranstaltung und leitet den Abend ein. Er erklärt, dass das Hörbuch als Wohltätigkeitsprojekt zu verstehen sei, zur Unterstützung notleidender Kinder. So konnte bereits mit dem Hörbuch „Worte sind Boote“, bei dem Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung teilnahm, ein Urlaubsprojekt für Kinder gefördert werden.

Zu Beginn der Veranstaltung spielen die Lyrischen Saiten ein kurzes Stück auf Cello, Gitarre sowie Percussionsinstrumenten und erzeugen eine ruhige und melancholisch angehauchte Stimmung, passend zur Lesung. Leser Axel Thielmann, der bekannt ist durch Radio Features des MDR und die Schauspielerin Maja Gille lasen die Werke mit großem Einsatz und geübter Bühnenstimme. Gille beeindruckte vor allem beim Vortrag des Gedichtes „Feindbild“ von Wolf Peter Schnetz mit kindlichem Gesang. Das ausufernde Klatschen des Publikums lobte die Leistung im Besonderen. Thielmanns Stärke lag in einer gespielten Selbstgefälligkeit und arrogant anmutendem Vortragsweise, welche den überzogenen Kriegseifer in einigen Gedichten besonders unterstrich. Insgesamt waren die Gedichte thematisch vielfältig und befassten sich mit Flüchtlingen, dem Tod, dem Alltag im Krieg, aber auch der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Gerade das abschließende Stück der Lyrischen Saiten mit schnellem Spiel und treibendem Bass unterstreicht, dass Krieg kein unvermeidbares Schicksal ist.

Aufgeführt wurden außerdem 20 verfilmte Gedichte zum Filmwettbewerb des Hörbuchs „Schwarze Ängste“. Als Vorlage dienten den Wettbewerbsteilnehmern das Hörbuch und sie wurden weder in Gestaltung, Machart oder Format beschränkt. Das Ergebnis: buntgemischte, teilweise animierte Kurzfilme. Einige Regisseure setzen bei ihren Filmen auf Verzerrungseffekte in Bild und Ton und erzeugen so eine verstörende Atmosphäre und hauchen den Gedichten weiteres Leben ein. Andere Filme entfernen sich von der Kriegsthematik der Vorlagen und zeigen z. B. statt einer Tretmine den morgendlichen Kampf mit dem Wecker. Insgesamt überzeugten die Filme durch Kreativität und die freien Interpretationen der Gedichte.

Die wenig besuchte Veranstaltung konnte in ihrer Vielseitigkeit, bestehend aus Musik, Lesung und Filmvorführung glänzen und dem Verein ist viel Erfolg für die zukünftige Arbeit zu wünschen. Das Hörbuch „Schwarze Ängste“ und die DVD mit den Wettbewerbsfilmen lassen sich auf der Internetseite des Vereins unter http://www.lyrikgesellschaft.de erwerben.


 

Hörbuch: Schwarze Ängste – Neue Gedichte gegen Krieg; Gesellschaft für Zeitgenössische Lyrik e. V.; 9,95€; DVD: 20€

Veranstaltungen:

  • UT Connewitz; 12.03.15 20:30 Uhr; Lesung mit Musik: Schwarze Ängste, Neue Gedichte gegen den Krieg
  • UT Connewitz; 12.03.1521:30 Uhr; Lange Nacht des Gedichtfilms mit Poetry Clips aus den Wettbewerben „Worte sind Boote“ und „Schwarze Ängste“

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