30 Bücher eines Blickes würdig

Vergabe der Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien sowie Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis und den Sonderpreis Neue Talente auf der Leipziger Buchmesse.

Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird organisiert und vergeben vom Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V. (AKJ). Es gibt ihn bereits seit 1956. In diesen über 60 Jahren wurden rund 300 Bücher mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet – ob nun als Preisträger, auf der Nominierungsliste oder als Sonderpreis-Preisträger. Die Preisbücher werden von zwei verschieden Jurys ausgesucht, der Kritikerjury und der Jugendjury. Die Kritikerjury wählt jeweils ein Preisbuch aus vier verschiedenen Sparten: Bilderbücher, Kinderbücher, Jugendbücher und Sachbücher. In jeder Sparte gibt es sechs Nominierungen, die jedes Jahr in Leipzig vorgestellt werden. Die Jugendjury, die aus sechs verschiedenen Leseclubs aus ganz Deutschland besteht, verleiht lediglich im Bereich Jugendbuch einen Preis. Jeder Leseclub nominiert ein Buch, das dann in Leipzig von ihnen selbst in einer kleinen Szene dargestellt wird.

Die Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien werden ebenfalls vom AKJ vergeben, allerdings in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Literaturfonds. Die Stipendien werden jedes Jahr an zwei junge Autoren vergeben, die mit ihren Debütromanen überzeugen konnten. Sie erhalten jeweils ein sechsmonatiges Stipendium in Höhe von 12.000 Euro. Die Stipendien sollen die derzeitige deutschsprachige Jugendliteratur unterstützen.

Die Veranstaltung in diesem Jahr ist gut gegliedert. Nachdem zunächst die Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien verliehen wurden, ist die Jugendjury an der Reihe ihre nominierten Bücher in kurzen Szenen vorzustellen. Die Darstellungen lockern alles etwas auf und geben der ganzen Sache etwas Spielerisches, Spannendes. Es ist ein Ausbruch aus den ansonsten langen, pausenlosen Reden. Es sorgt dafür, dass wirklich alle, auch die Jüngeren im Publikum, bis zum Ende aufmerksam sind. Etwas, das nicht immer gegeben war in den letzten Jahren, als einige den Saal verließen, weil es ihnen zu langweilig wurde.

Im Anschluss an die Jugendjury stellt die Kritikerjury ihre 24 Nominierungen vor. Weil all das wohl etwas länger dauert als erwartet, muss durch die Nominierungen für den »Sonderpreis Neue Talente« etwas gehetzt werden. Dennoch werden die drei Übersetzerinnen und ihre Werke hervorragend vorgestellt.

Dieses Jahr gibt es im Bereich Jugendbuch nur 11 nominierte Bücher, da »The Hate U Give« von Angie Thomas sowohl von der Jugendjury als auch von der Kritikerjury benannt wurde. Wie eigentlich immer in den letzten Jahren, beschäftigen sich die nominierten Bücher mit ernsten Themen. In John Boynes »Der Junge auf dem Berg« geht es zum Beispiel um die Radikalisierung eines Jungen während der NS-Zeit. Auch der Debütroman der Stipendiatin Manja Präkels »Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß« wurde nominiert.

Durch die Doppelnominierung und die Nominierung eines Buches von einem der Stipendiaten gibt es dieses Jahr anstatt 32 nur 30 Bücher, die man sich näher anschauen sollte. Möglich ist dies am Stand des AKJ in Halle 2. Dort kann man sich auch hinsetzen und in einem der Bücher ausgiebig schmökern. Erst im Herbst auf der Frankfurter Buchmesse werden die Preisbücher dann gekürt. Und damit: Viel Spaß beim Lesen!

Beitragsbild: Jugendjurymitglieder. © Kim Ackermann


Die Veranstaltung: Deutsche Jugendliteraturpreis 2018, Vergabe Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien, Moderation: Dr. Susanne Helene Becker, CCL, Buchmesse Halle 2, 15.3.2018, 14 Uhr


 

 

Die Rezensentin: Kim Ackermann

 


 

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